300 Millionen ziehen bis 2020 in die Städte – Staatliches Meldesystem benachteiligt arme Bauern
Die Chinesen drängen in die Metropolen

Seit Jahren stemmt sich die Regierung in Peking gegen die innerchinesische Völkerwanderung. Der wachsende Einkommensunterschied zwischen der Land- und der Stadtbevölkerung werde immer brisanter, warnte jetzt ein hoher Vertreter des Nationalen Statistikamtes in Peking.

PEKING. Seit Jahren stemmt sich die Regierung in Peking gegen die innerchinesische Völkerwanderung, doch alle Bemühungen laufen ins Leere. Der wachsende Einkommensunterschied zwischen der Land- und der Stadtbevölkerung werde immer brisanter, warnte jetzt ein hoher Vertreter des Nationalen Statistikamtes in Peking. Das Konsumniveau der Bauern hinke inzwischen um rund zehn Jahre zurück, sagte der Statistiker.

Das durchschnittliche Einkommen in Chinas Großstädten liegt um ein 3,2faches über dem Niveau auf dem Land. Die chinesische Regierung, die seit Jahren versucht diesen krassen Unterschied durch Steuererleichterungen und Subventionen abzufedern, muss nach Ansicht des Experten das Ungleichgewicht noch stärker angehen als bisher.

Denn die zum Teil trostlose Situation in den ländlichen Regionen Chinas hat eine enorme Landflucht ausgelöst. 120 Millionen Landbewohner zogen in den vergangenen zehn Jahren aus armen Provinzen in die meist südlichen Boom-Regionen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Abwanderung in die Stadt wird nach Ansicht des chinesischen Arbeitsministeriums drastisch zunehmen. Mehr als 300 Millionen Chinesen werden bis zum Jahr 2020 aus den ländlichen Gebieten in die Großstädte abwandern.

Denn noch immer leben die meisten der 1,3 Milliarden Chinesen auf dem Land. Von den 800 Millionen Landbewohnern sind 130 Millionen ohne Job, 50 Millionen haben gerade genug zum Leben und 26 Millionen stecken in tiefer Armut.

China steht mit der Völkerwanderung vor einem radikalen Wandel – vom Agrarstaat zur Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft. Der Anteil der Bevölkerung, der noch in der Landwirtschaft tätig ist, wird nach den Schätzungen des Arbeitsministeriums im Jahr 2010 bei 40 Prozent und zehn Jahre später bei nur noch einem Drittel liegen. Der Anteil des Dienstleistungsgewerbes wird entsprechend von 35 auf 45 Prozent zulegen. Die Zahl der chinesischen Industriearbeiter bleibe bei rund einem Viertel gleich.

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