4,5 Prozent mehr Geld

Tarifeinigung in der Chemiebranche

Durchbruch in den Tarifverhandlungen für die rund 550.000 Beschäftigen der deutschen Chemieindustrie. Für die Beschäftigten soll es eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent geben.
Update: 24.05.2012 - 15:40 Uhr 1 Kommentar
Tarifkampf im Wechselbad der Konjunktur
New York Stock Exchange
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In Folge der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 stürzte die exportabhängige Industrie in ein tiefes Loch, aus der sie sich aber 2010 auch wieder bemerkenswert schnell herausgearbeitet hat. Die dazugehörigen Tarifabschlüsse sahen so aus...

huGO-BildID: 8428950 ** ALTERNATIVER BILDAUSSCHNITT ** Mit einem brennenden 6,5-Prozentzeichen nehmen am fruehen Sonntagmorgen, 29. April 2007, Besch
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4. Mai 2007:
Mit einer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld war die IG Metall während eines Aufschwungs in die Verhandlungen gezogen, die bald von harten Warnstreiks begleitet wurden. In der ersten reinen Entgeltrunde nach mehreren, von komplizierten Fachthemen geprägten Jahren, vereinbarten die Tarifpartner im Pilotbezirk Südwest über 19 Monate neben zwei Einmalzahlungen noch zwei Gehaltsstufen, die erste von 4,1 Prozent und dann noch einmal 1,7 Prozent.

Jan Stefan Roell, Joerg Hofmann
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12. November 2008:
Mit der Forderung nach acht Prozent höherem Entgelt entging die IG Metall in der plötzlich aufgetretenen Wirtschaftskrise nach der Lehman-Pleite nur knapp einer Bruchlandung.

Autokrise belastet Audi
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Wegen der massiven Absatzprobleme der Autoindustrie schienen Streiks kaum möglich, so dass im Schnellverfahren wieder im Südwesten ein Abschluss gezimmert wurde, der den Unternehmen hohe Flexibilität einräumte. So konnte der Zeitpunkt der zweiten Tarifstufe um bis zu sieben Monate nach hinten verschoben werden. In dem Zeitraum von 18 Monaten vereinbarten die Tarifpartner zwei Tarifstufen von jeweils 2,1 Prozent, eine verbindliche Einmalzahlung und eine von der Lage des jeweiligen Betriebes abhängige.

Berthold Huber
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18. Februar 2010:
Zur Beschäftigungssicherung in der Krise hat die IG Metall erstmals in ihrer Geschichte auf eine konkrete Forderung verzichtet. Die Tarifpartner einigten sich in einem 22 Monate laufenden Vertrag auf Verfahren zur tariflichen Kurzarbeit bei Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Für die ersten zehn Monate müssen die Beschäftigten mit einer Einmalzahlung von 320 Euro auskommen. In der Lohntabelle geht es erst im Frühjahr 2011 um 2,7 Prozent nach oben.

ifo-Geschäftsklimaindex
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Wegen der guten Konjunktur wird in vielen Betrieben die Stufe um zwei Monate auf den Februar vorgezogen. Trotzdem sieht die IG Metall den sogenannten verteilungsneutralen Spielraum für das Jahr 2011 nicht ausgeschöpft und will darüber in der aktuellen Runde diskutieren.

BerlinDie 550 000 Beschäftigten der Chemieindustrie in Deutschland erhalten 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Darauf einigten sich der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Gewerkschaft IG BCE am Donnerstag in Schönefeld bei Berlin. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 19 Monaten. Er gilt je nach Tarifbezirk ab Juli oder August.

Ein Chemiker kontrolliert eine organische Halbleitersubstanz. Quelle: ap

Ein Chemiker kontrolliert eine organische Halbleitersubstanz.

(Foto: ap)

Zudem zahlen die Unternehmen bis 2015 mehr als 200 Millionen Euro in Fonds, der Altersteilzeitmodelle ermöglichen soll. Die Regelarbeitszeit bleibt bei 37,5 Stunden pro Woche, Wochenarbeitszeiten zwischen 35 und 40 Stunden werden aber ermöglicht.

„Wir haben ein Tarifpaket beschlossen, das wir gut vertreten können“, sagte Peter Hausmann, der Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Arbeitgeberchef Hans-Carsten Hansen sagte, auch seine Seite habe ihre wesentlichen Ziele erreicht und mit der Gewerkschaft einen fairen Kompromiss vereinbart.

Die Entgelterhöhung greift jeweils einen Monat nach Inkrafttreten des Tarifvertrags. Je nach wirtschaftlicher Lage können die Unternehmen sie vorziehen oder per Betriebsvereinbarung um zwei Monate verzögern.

Die Gewerkschaft hatte sechs Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten gefordert.

       

  • rtr
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1 Kommentare zu "4,5 Prozent mehr Geld: Tarifeinigung in der Chemiebranche"

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  • Unter 3% aufs Jahr. Super Erfolg - für die Arbeitgeber. Verhandeln da wirklich Vertreter der Arbeitnehmer mit? Wenn nicht in Zeiten hoher Unternehmensgewinne, wann geht dann mal was?
    In 19 Monaten wird dann wieder Zurückhaltung wegen Rezession oder sonstigen Gründen gefordert. Und die Kaufkraft schwindet, denn mit der wirklichen Inflationsrate und der Steuerprogression bleibt weniger Kaufkraft.

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