60 Jahre BRD
Das Geld der Deutschen – Von der Kippe zum Euro

Die Deutschen haben in den vergangenen 60 Jahren eine ganz besondere Beziehung zum Geld aufgebaut, nicht zuletzt dank der D-Mark. Wie es zu dieser Liebesbeziehung kam, und warum nun der Euro nicht länger ein Teuro ist.

FRANKFURT. Als die Deutsche Mark (D-Mark) eingeführt wird, ahnt niemand, welch Erfolgsgeschichte sie später schreiben wird. Am 21. Juni 1948 lösen die neuen Münzen und Geldscheine in den drei westlichen Besatzungszonen die Reichsmark als gesetzliches Zahlungsmittel ab; drei Tage später ist es im Westen Berlins soweit.

Die Reichsmark hat ausgedient. Weil das Vertrauen in alte Währung dahin ist, wird ohnehin nur noch in Naturalien gehandelt. Besonders beliebt sind Zigaretten. Nikotin als harte Währung. Dauerhaft soll sich die Kippenwährung allerdings nicht etablieren. Die Alliierten wollen möglichst rasch stabile Verhältnisse schaffen und den schwunghaften Tauschhandel unterbinden.

Fieberhaft arbeiten Amerikaner, Franzosen und Briten an einer Währungsreform. Der Plan ist streng geheim. Die Eckpfeiler der Reform werden im sogenannten "Konklave von Rothwesten" eingeschlagen, einem kleinen Ort im Norden Hessens. Mehrere Banker, Wissenschaftler und Vertreter der Militärregierungen treffen sich dort im Haus Posen. Vom 21. April bis 8. Juni feilen sie an den Gesetzen "zur Neuordnung des Geldwesens". Am 18. Juni wird die Bevölkerung über den Rundfunk informiert. Die Deutschen bekommen wieder eine echte Währung - die D-Mark. Am 20. Juni wird das neue Geld ausgegeben.

Mit dem Wirtschaftswunder der 50er wächst die Bedeutung der D-Mark. Die Deutschen lieben ihr Geld. Stabil und verlässlich ist es, zudem im Ausland hochgeschätzt. Es heißt, die D-Mark sei neben dem Schweizer Franken die stabilste und damit wichtigste Währung Europas. Im Kosovo und Montenegro wird das deutsche Geld sogar für eine Weile als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Andere osteuropäische Länder binden ihre Heimatwährung eng an die Entwicklung der D-Mark.

Das internationale Ansehen der D-Mark lässt sich auch an den Kriminalstatistiken ablesen. Nur der US-Dollar wird häufiger gefälscht. Allein 1996 werden weltweit D-Mark-Blüten im Wert von 40 Millionen Mark sichergestellt; am beliebtesten bei den Fälschern sind die 100er-Noten.

Aber nicht nur die D-Mark genießt einen hervorragenden Ruf. Auch die Bundesbank als Währungshütern wird geradezu verehrt. Sie ist im Gegensatz zur Zentralbank früherer Jahre unabhängig von der Politik. Ab 1951 halten sich auch die Alliierten heraus.

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