61,04 Mrd. im Minus
US-Handelsbilanz markiert Rekord-Defizit

Das Handelsbilanzdefizit der USA betrug im Februar nach vorläufigen Berechnungen 61,04 Mrd. Dollar und wies damit einen neuen Rekordwert auf. Der Dollar erholte sich überraschend.

HB WASHINGTON. - Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten im Konsens ihrer Prognosen nur mit einem Passivsaldo von 59,0 Mrd. Dollar gerechnet. Wie das US-Handelsministerium am Dienstag weiter berichtete, betrug das Defizit im Januar 58,50 Mrd. USD, nachdem vorläufig ein Minus von 58,27 Mrd USD genannt worden war.

Der Wert der Importe ist damit im Februar erneut stärker gestiegen als der der Exporte. Die Exporte wiesen den Angaben zufolge im Februar einen leichten Anstieg um 0,1% auf 100,48 (Vormonat revidiert: 100,43) Mrd. Dollar auf, während die Importe um 1,6% auf 161,52 (158,94) Mrd. Dollar zulegten.

Trotz des Negativ-Rekords legte der Dollar zum Euro leicht zu. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,2927 Dollar, nachdem sie zuvor mehrfach kurz die Marke von 1,30 Dollar übersprungen hatte.

„Die Handelsbilanz und die Dynamik, die dahinter steht, sind extrem Besorgnis erregend“, urteilte Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. „Umso erstaunlicher ist die Marktreaktion.“

Da bereits vor der Bekanntgabe der Zahlen eine hohe Dollar-Nachfrage zu verzeichnen gewesen sei, öffne dies Spekulationen um verdeckte Euro-Abgaben von Notenbanken zur Stabilisierung des Dollar-Kurses Tür und Tor.

Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt äußerte sich skeptisch zu dieser Einschätzung. „Viele Anleger hatten offenbar mit einer deutlichen Ausweitung des Defizites gerechnet“, begründete er die Dollar-Erholung. „Daher ist die Euro-Rally nach Bekanntgabe der Zahlen ausgeblieben.“

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