664 Millionen Euro: Bundesbank überweist Schäuble weniger als erwartet

664 Millionen Euro
Bundesbank überweist Schäuble weniger als erwartet

Die Bundesbank hat 2012 einen Überschuss von 664 Millionen Euro erzielt. Der Gewinn, der in den Haushalt fließt, ist kaum gestiegen. Grund: Wegen der Eurokrise musste die Risikovorsorge kräftig aufgestockt werden.
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Frankfurt/MainDie Euro-Schuldenkrise hat auch 2012 tiefe Spuren in der Bilanz der Deutschen Bundesbank hinterlassen. Zwar erhöhte sich der Gewinn leicht auf 664 (Vorjahr: 643) Millionen Euro, wie die Notenbank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Doch die kräftige aufgestockte Risikovorsorge verhinderte eine höhere Überweisung an den Bundesfinanzminister, der in seinem Haushaltsplan mit einer Ausschüttung von rund 1,5 Milliarden Euro aus Frankfurt gerechnet hatte. Der Bundesbankgewinn des vergangenen Jahres ist der zweitniedrigste seit dem Jahr 2003 (200 Millionen Euro). In den meisten Jahren kam aus Frankfurt eine Milliardenüberweisung für den Bund: 2008 waren es 6,3 Milliarden, 2009 noch 4,1 Milliarden, 2010 immerhin noch 2,2 Milliarden Euro.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann begründete den niedrigen Gewinn wie schon im vergangenen Jahr mit höheren Risiken der Zentralbank wegen der Euro-Staatsschuldenkrise. So erhöhte die Bundesbank ihre Rückstellung für allgemeine Wagnisse um 6,7 Milliarden auf den Rekordwert von 14,4 Milliarden Euro. „Hiermit wird den Risiken in der Bundesbankbilanz angemessen Rechnung getragen“, erklärte Weidmann.

Deutschlands Währungshüter sehen vor allem Risiken durch die europäische Geldpolitik: Die Europäische Zentralbank (EZB) flutet die Märkte seit Monaten mit extrem billigem Geld und hatte in der Vergangenheit zudem über die nationalen Notenbanken Anleihen von Krisenstaaten gekauft.

Letzteres brachte allerdings auch hohe Zinserträge, von denen die Bundesbank als größter Kapitalgeber der EZB profitierte: Die Zinseinnahmen als wichtigste Quelle des Bundesbankgewinns erhöhten sich im vergangenen Jahr auf 11,0 (8,6) Milliarden Euro. Netto ergab sich ein Zinsertrag von 8,3 (4,8) Milliarden Euro. Darin enthalten sind auch Einnahmen, die die Bundesbank im Zuge des Aufkaufs unter anderem griechischer Staatsanleihen erzielte – insgesamt rund 555 Millionen Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
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Kommentare zu " 664 Millionen Euro: Bundesbank überweist Schäuble weniger als erwartet"

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  • Es wird höchste Zeit, dass die Steuern nicht mehr so sprudeln, denn dann kann die Politik weniger Unsinn durchführen.

  • Zitat : Doch die kräftige aufgestockte Risikovorsorge verhinderte eine höhere Überweisung an den Bundesfinanzminister, der in seinem Haushaltsplan mit rund 1,5 Milliarden Euro aus Frankfurt gerechnet hatte.

    Und jetzt sind wir wieder mal auf die Lügen-Märchen des " Sparschweinchens auf Rädern " gespannt, die er uns erzählt bei der Schliessung der Lücke von 0,9 Mrd. € im Haushalt ?

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