84,8 Milliarden Euro Plus
Beim Export bleibt Deutschland auf Rekordniveau

Trotz gestiegener Importe hat die deutsche Wirtschaft im ersten Halbjahr 2005 einen Rekord beim Ausfuhrüberschuss erzielt. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilte am Dienstag mit, die Ausfuhren hätten die Einfuhren um 84,8 Milliarden Euro überstiegen.

HB WIESBADEN. Damit sei das bisherige Rekordergebnis der ersten sechs Monate 2004 von 84,2 Milliarden Euro übertroffen worden. In den 90er Jahren lag der durchschnittliche deutsche Ausfuhrüberschuss erst bei rund 44 Milliarden Euro pro Jahr.

„Die Zahlen zeigen ganz klar, dass die deutsche Wirtschaft an Wettbewerbsfähigkeit gewinnt“, sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Stefan Bielmeier. Die Importe seien im ersten Halbjahr 2005 allein wegen hoher Öl- und Rohstoffpreise gestiegen. „Es gibt kein Anzeichen, dass die Binnenkonjunktur anspringt“, sagte er. Der übliche Effekt, dass hohe Ausfuhren die Binnenwirtschaft ankurbelten, sei in Deutschland schwächer als in anderen Ländern.

Auch der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) wertete den hohen Überschuss als Beleg für den Erfolg deutscher Unternehmen im Ausland. Diese seien international gut aufgestellt und profitierten vom Wachstum in Asien und Südosteuropa, sagte BGA- Präsident Anton Börner am Rande des Außenwirtschaftstages in Bremen. „Es nützt aber nichts, nur Auswärtsspiele zu gewinnen, wir müssen auch wieder im Inland punkten“, sagte Börner.

Die deutschen Exporte erreichten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr 2005 einen Wert von 382,3 Milliarden Euro, das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Importe stiegen um 7,2 Prozent auf 297,5 Milliarden Euro. Als Exportnation hat Deutschland traditionell einen Ausfuhrüberschuss. Lediglich in den Anfangsjahren der Bundesrepublik 1950 und 1951 verzeichnete die deutsche Außenhandelsstatistik einen Einfuhrüberschuss.

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