Aber stärkere Erholung zum Jahresende erwartet
Wachstumsimpulse in der Euro-Zone bleiben aus

Eurostat revidierte seine Wachstumsschätzung für das abgelaufene Vierteljahr etwas nach unten, nachdem auch Frankreich überraschend einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemeldet hatte.

HB BRÜSSEL. In einem internen Papier für das informelle Finanzministertreffen Ende der Woche in Stresa gehe die Kommission nur noch von einem Wachstum von rund 0,5 Prozent in der Euro-Zone in diesem Jahr aus, hieß es in den Kreisen am Dienstag in Brüssel. Währungskommissar Pedro Solbes hatte im Juli noch ein Wachstum von rund 0,7 Prozent erwartet. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaft in der Euro-Zone nach Berechnungen der Europäischen Statistikbehörde (Eurostat) erstmals seit Ende 2001.

„Die durchschnittliche Wachstumsrate (für die Euro-Zone) könnte für 2003 bei rund 0,5 Prozent liegen“, hieß es nach Angaben aus den Kreisen in dem Papier. Die EU-Kommission solle den Entwurf des Papiers am Mittwoch diskutieren. Die Absenkung der Wachstumserwartung gehe auf den schlechten Verlauf in den ersten beiden Quartalen zurück, hieß es weiter. Für die zweite Jahreshälfte sehe die Kommission weitere Risiken durch die unklare Wirtschaftsentwicklung in den USA, Wechselkursrisiken und geringes Vertrauen an den Finanzmärkten

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Eurostat revidierte seine Wachstumsschätzung für das abgelaufene Vierteljahr etwas nach unten, nachdem auch Frankreich überraschend einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemeldet hatte. Mit Deutschland, Italien und den Niederlanden seien im ersten Halbjahr in der Euro-Zone zudem so viele Länder zur gleichen Zeit in eine Rezession geraten wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die EU-Kommission sprach von enttäuschenden Daten. Ihr Sprecher sagte aber eine konjunkturelle Erholung für die kommenden Monate voraus.

Nach Eurostat-Berechnungen lag die Wirtschaftsleistung des Währungsraums im vergangenen Vierteljahr um 0,1 Prozent unter der des Vorquartals. In ihrer ersten Schätzung, die vor Veröffentlichung der Daten aus Frankreich abgegeben wurde, waren die Statistiker noch von einer Stagnation ausgegangen.

Das französische BIP war im zweiten Quartal überraschend um 0,3 Prozent geschrumpft. Deutschland, Italien und die Niederlande rutschten nach gängiger Definition gar in die Rezession, nachdem sie bereits für das erste Quartal eine rückläufige Wirtschaftsleistung ausgewiesen hatten.

Der BIP-Rückgang des Währungsraums im vergangenen Vierteljahr ist der erste seit dem vierten Quartal 2001. Analysten hatten eine stagnierende Wirtschaftsaktivität vorausgesagt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte das BIP um 0,2 Prozent zu. Analysten hatten hier mit einer doppelt so hohen Zuwachsrate gerechnet.

Die Europäische Kommission sprach von einer enttäuschenden Wirtschaftsentwicklung im ersten Halbjahr. Ein Kommissionssprecher sagte, ab dem Jahresende sei aber eine stärkere Erholung zu erwarten. Darauf deuteten die verbesserte Stimmung der Einzelhändler in der Euro-Zone sowie extern Anzeichen für eine Geschäftsbelebung der US-Industrie hin.

Für das laufende dritte Quartal rechnet die EU-Kommission nach früheren Angaben mit einem Wachstum von bestenfalls 0,4 Prozent zum Vorquartal und für das vierte Quartal mit einem Plus von 0,2 bis 0,6 Prozent.

Die EU-Finanzminister kommen am Freitag zu dreitägigen informellen Beratungen im italienischen Stresa zusammen. Dabei wollen sie Diplomaten zufolge sowohl über die Wirtschaftsentwicklung als auch über die zu hohe Neuverschuldung vor allem in Frankreich und Deutschland sprechen.

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