Abkühlung nach der US-Immobilienkrise
Europas Bauindustrie steht vor „Schwächephase“

Die Bauindustrie in Europa muss Prognosen des Forschungsnetzwerks Euroconstruct zufolge bis zum Jahr 2010 mit schwierigen Zeiten und weniger Aufträgen rechnen.

HB MÜNCHEN. Nachdem die Bauaktivitäten in den vergangenen beiden Jahren stetig gewachsen seien, stehe dem europäischen Bausektor bis 2010 eine „spürbare Schwächephase“ bevor, teilte das Ifo-Institut als Mitglied des Forscher-Netzwerkes am Dienstag in München mit.

Zwischen 2005 und 2007 sei das Bauvolumen jährlich um etwa 2,5 Prozent gestiegen. Für den Zeitraum 2008 bis 2010 könne nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent pro Jahr gerechnet werden.

Ein wichtiger Grund für die sinkende Baulust in Europa ist laut Ifo die konjunkturelle Abkühlung nach der US-Immobilienkrise, die in vielen Ländern zu beobachten sei. Zudem wirkten sich die gestiegenen Bauzinsen und die strengeren Kreditbedingungen der Banken negativ auf die Industrie aus.

Ein Lichtblick sei die Situation in Osteuropa. „2008 erwarten wir einen leichten Rückgang der Baumaßnahmen in Westeuropa, während die osteuropäischen Staaten unverändert auf Expansionskurs bleiben“, sagte Ludwig Dorffmeister vom Ifo-Institut.

Das europäische Bauvolumen hat laut Dorffmeister im vergangenen Jahr die Marke von 1,5 Billionen Euro überschritten. Dabei seien fast die Hälfte der Bauaktivitäten auf den Wohnungsbau entfallen.

Unter den großen europäischen Staaten schneidet Deutschland noch am besten ab, erklärten die Experten. Hier sei im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 1,2 Prozent und im kommenden Jahr mit 1,5 Prozent zu rechnen, sagte Dorfmeister. Die deutsche Wirtschaft erweise sich robuster als erwartet. Deutschland ist mit einem Bauvolumen von knapp 260 Milliarden Euro im vergangenen Jahr der größte europäische Markt.

Besonders hart getroffen wird Spanien – mit knapp 220 Milliarden Euro in 2007 immerhin der zweitgrößte Markt. Hier erwarten die Experten einen Rückgang um 6,0 Prozent im laufenden Jahr und um 4,0 Prozent im kommenden Jahr.

Ab dem Jahr 2010 soll es mit der europäischen Bauwirtschaft wieder bergauf gehen, erwarten die Experten. Das Euroconstruct-Netzwerk setzt sich aus Wirtschaftsforschungs-Instituten aus 19 europäischen Ländern zusammen.

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