Aktien unter Druck: Yellen nennt Zeitpunkt für mögliche Zinserhöhung

Aktien unter Druck
Yellen nennt Zeitpunkt für mögliche Zinserhöhung

Die Nachricht von Fed-Chefin Janet Yellen bei ihrem ersten Zinsentscheid war klar: Die Zinsen werden schneller steigen als von so manchem Analysten erwartet. Doch eine kleine Panne sorgte noch für Verwirrung.
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New YorkBeinahe hätte sie ihre erste Pressekonferenz ohne Panne geschafft. Doch dann ist es Janet Yellen doch noch raus gerutscht: Schon vor Mitte 2015 könnte die Fed beginnen die Leitzinsen anzuheben. Die Wall Street atmete kurz durch – und die Kurse fielen. Aber war es wirklich eine Panne?

„Yellens erster Fehler“, kam es von David Wessel nur Augenblicke nach dem fatalen Satz über Twitter: „Den Begriff ‚beträchtliche Zeit‘ als ‚sechs Monate‘ zu definieren.“ Was dem Direktor des Hutchinson Centers für Finanz- und Geldpolitik in Washington nicht gefiel, sieht aus wie ein Ausrutscher. Es werde eine „angemessene Zeit“ vergehen, bis die US-Notenbank Fed darüber nachdenken werde, die Leitzinsen anzuheben, erklärte ihre neue Präsidentin Janet Yellen auf ihrer ersten Pressekonferenz in ihren vorbereiteten Erklärungen.

Auf Nachfragen, was das denn so meinen würde, rutschte es ihr dann heraus: „So was um sechs Monate“. Die Börsianer rechneten kurz durch: die aktuelle Sinkgeschwindigkeit der Anleihekäufe weitergeschrieben, und die Stimulierungsmaßnahmen der Fed laufen im vierten Quartal 2014 aus. Sechs Monate weiter, zweites Quartal 2015, und die Leitzinsen, derzeit festgenagelt zwischen null und 0,25 Prozent, dürften zu steigen beginnen.

US-Wirtschaft wächst

Zuvor war schon klargestellt worden, dass Ende 2015 die Fed den Leitzins bei einem Prozent und Ende 2016 bei 2,25 Prozent erwartet. Mehr, als Analysten geschätzt hatten. Das sind Überlegungen, mit denen man die Computer in den Handelsabteilungen der Banken füttern kann, was auch prompt geschah. Der Dow Jones-Index, der bis dahin halbwegs stabil behauptet lag, sackt nach dem Kommentar um bis zu 0,7 Prozent auf rund 16.222 Punkte ab, die Zinsen am Anleihemarkt stiegen durch die Bank bei allen Laufzeiten. Der Dollar lag im späten Handel fest bei 1,3820 Euro.

Kritiker der Politik des ultra-lockeren Geldes warnen schon lange eindringlich davor, den Zeitpunkt zu verpassen an dem die Inflation wieder angeheizt wird. Das müsste nach Lehrbuchmeinung dann der Fall sein, wenn die Wirtschaft stark wächst und die Zinsen trotzdem niedrig bleiben.

Und die US-Wirtschaft wächst, so Yellen in einer vorbereiteten Erklärung. Für das Gesamtjahr wird ein Wachstum von 2,8 bis 3,0 Prozent erwartet. Trotz des dramatischen Wintereinbruchs habe sich die Wirtschaft erstaunlich gut erholt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Die Summe der monatlichen Anleihekäufe durch die Fed wird im April um weitere zehn Milliarden Dollar auf 55 Milliarden reduziert, hat der Offenmarktausschuss beschlossen.

Allerdings ändert die Fed die Leitlinien für eine künftige Zinserhöhung. Es findet der Wechsel von eine „quantitativen“ Leitlinie zur einer „qualitativen“ statt. Die Zentralbank hatte unter ihrem Vorgänger Ben Bernanke stets versprochen, den extremen Niedrigzins erst zu erhöhen, wenn die Arbeitslosigkeit unter 6,5 Prozent falle. Im Februar lag er bei 6,7 Prozent.

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„Unsere Ziele haben sich nicht geändert.“

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