Aktienkurse von Nobel-Firmen dienen als Indikator
Luxusgüter-Index signalisiert Erholung

Die Neue- Deutsche-Welle-Band "Ideal" hat es schon vor gut 20 Jahren erkannt: "Totaler Luxus kann mich retten, Luxus ist wie Vitamintabletten", sang die Gruppe in den achtziger Jahren. Der LLSI-Index hat in der Vergangenheit Wendepunkte im deutsche Konjunktur-Zyklus rechtzeitig erkannt.

ost DÜSSELDORF. Inzwischen wenden sich auch ernsthafte Ökonomen dem Thema Luxus zu. Die Ökonomen der Hypo- Vereinsbank (HVB) haben entdeckt: Die Aktienkurse von global führenden Luxusgüter- Herstellern laufen der Konjunktur zuverlässig voraus - weltweit und in Deutschland. Die Volkswirte der zweitgrößten deutschen Bank nutzen diese Erkenntnis inzwischen für ihre Konjunktur-Prognosen. Sie haben einen speziellen Konjunktur-Indikator konzipiert, in den die Aktienkurse von Luxusgüterherstellern wie LVMH, Tiffany, Richemont und Bulgari einfließen. In der Rubrik Ökonomix berichtet das Handelsblatt regelmäßig über Konjunktur-Indikatoren abseits des wissenschaftlichen Mainstreams.

"Der LLSI hat in der Vergangenheit Wendepunkte im deutsche Konjunktur-Zyklus rechtzeitig erkannt", sagt HVB-Volkswirt Andreas Rees. "Im Durchschnitt beträgt der Vorlauf rund sechs Monate." 2002 Jahr war der Index sogar zuverlässiger als traditionelle Stimmungsindikatoren: Anders als zum Beispiel das Ifo-Geschäftsklima hat der LLSI im vergangenen Jahr keinen Aufschwung signalisiert.

Derzeit spricht der Indikator genauso wie die klassischen Frühindikatoren dafür, dass die deutsche Konjunktur wieder deutlich in Fahrt kommt. Im September lag der LLSI rund 25 % über dem Vorjahresstand - der Anstieg war so groß wie seit Februar 2001 nicht mehr. Seinen Tiefpunkt hat der Index bereits im April 2003 durchschritten. "Bessere harte Konjunkturdaten sind daher ab dem vierten Quartal 2003 zu erwarten."

Die ökonomische Logik hinter dem Indikator ist einfach und intuitiv verständlich: "Die Herstellung und der Absatz von Luxus-Gütern ist besonders konjunktursensitiv", erklärt Rees. Im Abschwung würden die Verbraucher die Nachfrage nach Luxusgütern überproportional stark einschränken - bei einem langanhaltenden Aufschwung verhalte es sich umgekehrt. "Die Anleger preisen diese Entwicklungen in den Aktienkursen frühzeitig ein."

Allerdings hat der Luxus-Index auch seine Grenzen - weil die Börsen zu Übertreibungen neigen, lasse sich mit ihm die Stärke des Aufschwungs nicht exakt prognostizieren, schränkt Rees ein.

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