Aktuelle Lage skeptischer beurteilt
ZEW-Konjunkturerwartungen stabil

Die Hoffnung auf einen konjunkturellen Aufschwung in Deutschland hat im Dezember neue Nahrung bekommen. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 13,9 Punkten im Vormonat auf 14,4 Punkte leicht gestiegen. Der Index legte erstmals seit fünf Monaten wieder zu.

HB BERLIN. Der Saldo der ZEW-Konjunkturerwartungen - befragt wurden 300 Analysten und institutionelle Anleger - sei im Dezember auf 14,4 von 13,9 Punkten im November gestiegen, teilte das ZEW am Dienstag mit. Damit liegt der Indikator aber weiterhin deutlich unterhalb seines historischen Mittelwerts von 34,5 Punkten. „Angesichts der starken Wechselkurs- und Ölpreisveränderungen ist die weitere Entwicklung nach wie vor durch Risiken gezeichnet; gleichwohl besteht kein Anlass, die Erwartung einer leichten Konjunkturerholung im nächsten Jahr zu revidieren“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 10,0 Punkte gerechnet, nachdem das Barometer im November wegen des starken Euro eingebrochen war. Der fallende Ölpreis hat nach ZEW-Angaben aber einen Rückgang des Indikators im Dezember verhindert.

Die Analysten der Postbank äußerten sich trotz des unerwarteten Anstiegs in einem Kommentar zurückhaltend. „Der Eindruck bleibt bestehen, dass die konjunkturelle Erholung nach wie vor fragil ist.“ Die HVB interpretierte den Zuwachs ebenfalls lediglich als Reaktion auf den vorherigen starken Rückgang. Von Juli bis November war der Index von 48,4 auf 13,9 Zähler zurückgegangen. Zudem sei der starke Euro, der momentan zum Dollar auf einem Rekordniveau von knapp 1,3470 liegt, in den Märkten bereits weitgehend eingepreist.

Der Saldo der Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen der Experten für die Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten wieder und wird monatlich vom ZEW veröffentlicht.

Die aktuelle Wirtschaftslage bewerteten die Befragten indes skeptischer: Der entsprechende Indikator sank auf minus 64,2 von minus 57,8 Punkten. Die Analysten hatten mit minus 57,0 Zählern gerechnet. Volkswirt Andreas Scheuerle von der DekaBank sagte, die schwache Lage sei die eigentliche Überraschung. „Sie spiegelt wohl die Enttäuschung über die jüngsten Konjunkturdaten und Frühindikatoren wie etwa die Einkaufsmanagerindizes wider.“ Es sei davon auszugehen, dass der ZEW-Indikator demnächst noch einmal sinke.

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