Aktuelle Quartalszahlen
Der kleine Luxus

Die Sparwelle, die sich in Deutschland unter dem Schlagwort „Geiz ist geil“ einen Namen gemacht hat, ebbt ab. Was Branchenexperten bereits seit Monaten vermuten, belegen nun auch die aktuellen Quartalszahlen von Einzelhandelsunternehmen, die sich im höherwertigen Preissegment bewegen.

DÜSSELDORF. „Die Fußball-WM hat eine neue Konsumlaune im Fachhandel geschaffen“, sagt Oliver Haubrich, Chef des Elektronikgrossisten Electronic Partner (EP), der deutschlandweit über 2 500 Fachhändler mit Ware versorgt. Beeindruckend belegt wird der Trend durch die am Donnerstag veröffentlichten Quartalsergebnisse der Hagener Douglas-Holding. Der im MDax notierte Handelskonzern, der sich neben seinen Parfümerien auch mit den „Christ“- und „René Kern“-Juwelierläden sowie „Thalia“-Buchgeschäften als hochwertiger Fachhändler profiliert, übertraf mit seinem rasanten Wachstum selbst die kühnen Erwartungen der Analysten. In Deutschland legte der für seine glitzernden Läden bekannte Händler gegenüber dem Vorjahresquartal um 11,5 Prozent zu.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verdoppelte sich sogar. Je hochwertiger das Segment, desto besser liefen dort die Geschäfte: Die feinen René-Kern-Läden etwa steigerten ihren Erlös seit Beginn des Geschäftsjahrs um stattliche 18,4 Prozent. „Die Entwicklung unserer Unternehmensgruppe zeigt, dass die Konsumenten durchaus bereit sind, für freundlichen, fachkompetenten Service und gute Qualität einen fairen Preis zu zahlen“, kommentierte Henning Kreke gestern die außergewöhnlichen Zahlen.

Unterdessen wächst der Erfinder des „Geiz ist geil“-Slogans, der Fachmarkthändler Media-Markt/Saturn in Deutschland nur noch verhalten. Im ersten Halbjahr 2006 verlor das Ingolstädter Unternehmen auf vergleichbarer Fläche 2,2 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dank zusätzlicher Neueröffnungen blieb die Umsatzentwicklung mit 2,9 Prozent zwar im positiven Bereich. Der Billiganbieter verliert dennoch deutschlandweit Marktanteile. Schließlich wuchs der Gesamtmarkt, wie Hans-Joachim Kamp vom Herstellerverband GFU gestern zum Ifa-Auftakt in Berlin erklärte, mit 7,6 Prozent weitaus schneller. Die immer erklärungsbedürftigeren Produkte wie Navigationsgeräte oder Blackberrys lassen Kunden zunehmend zur mittelständischen Konkurrenz abwandern, bei der Verbraucher in der Regel eine umfangreichere Beratung, aber auch höhere Preise erwarten. Händlerorganisationen wie EP und Euronics („Red Zac“, „Master’s“) bestätigen dies. Ihre Umsätze seien im ersten Halbjahr 2006 um mehr als zehn Prozent nach oben geschnellt, heißt es dort unisono.

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