Aktuelle Situation etwas optimistischer beurteilt: ZEW-Indikator geht die Puste aus

Aktuelle Situation etwas optimistischer beurteilt
ZEW-Indikator geht die Puste aus

Nach einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat sich die Zuversicht für die weitere Konjunkturentwicklung in Deutschland im Februar etwas stärker als erwartet abgeschwächt. Die Wirtschaftsforscher führen die Entwicklung unter anderem auf den starken Euro und den Rücktritt Gerhard Schröders vom SPD-Parteivorsitz zurück.

HB BERLIN. Der Saldo der Konjunkturerwartungen aus der monatlichen Umfrage unter Analysten und Anleger sank im Februar auf 69,9 von 72,9 Punkten im Vormonat, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Bernd Weidensteiner von der DZ Bank sagte, das Niveau des Indikators spreche aber weiter für ein „durchwachsen positives Konjunkturbild“. Die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft bewerteten die Experten etwas besser als im Vormonat.

„Zum einen scheint die dauerhafte Euro-Stärke den befragten Analysten allmählich Sorge zu bereiten, da sie längerfristig die Unternehmensgewinne belasten könnte“, erklärte das ZEW. „Zum anderen befürchteten die Experten, dass die notwendigen Reformen in Deutschland in Frage gestellt werden könnten.“ Diesen Schluss lasse die getrennte Auswertung der Umfrage-Ergebnisse vor und nach Schröders Rücktritt zu. „Wenn jetzt die Reformen verwässert werden, wird Deutschland den weltweiten Konjunkturaufschwung nur mit gezogener Handbremse erleben“, erkärte ZEW-Chef Wolfgang Franz.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab nach der ZEW-Veröffentlichung Teile seiner Kursgewinne wieder ab. Der deutsche Leitindex notierte kurz nach Bekanntgabe der Daten noch mit 0,4 % im Plus bei 4087 Punkten, kurz vorher hatte er 0,6 % über Vortagesschluss gelegen.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang des ZEW-Indikators auf 72,7 Zähler gerechnet. Andreas Rees von der HypoVereinsbank verwies dabei darauf, dass der Indikator generell stark schwanke. „Insgesamt würde ich aber sagen, dass der ZEW seinen Zenit überschritten hat.“ Die Ursache dürfte vor allem der Euro gewesen sein. Der Euro hatte im vergangenen Jahr zum Dollar um gut 20 % aufgewertet, wodurch sie deutsche Waren im Dollar-Raum verteuern.

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