Aktuelle Statistik
Mildes Wetter lässt Arbeitslosenzahl sinken

Die lange Zeit freundliche Witterung im November hat sich positiv auf die Arbeitslosenzahlen ausgewirkt: Zum ersten Mal seit 11 Jahren weist die Statistik keinen Zuwachs, sondern einen Rückgang der registrierten Arbeitslosen auf.

HB NÜRNBERG. Im Vergleich zum Oktober verringerte sich die Zahl der registrierten Menschen in Deutschland ohne Job um 25 000 auf 4,531 Millionen, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote lag bei 10,9 Prozent nach 11,0 Prozent im Oktober.

In Westdeutschland waren im November 3 081 000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 16 000 weniger als im Oktober, aber 352 000 mehr als im Vorjahr. In Ostdeutschland lag die Zahl der Arbeitslosen bei 1 450 000, das waren 9000 weniger als im Oktober und knapp 79 000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Westen 9,4 Prozent, im Osten 16,9 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit habe sich im November viel günstiger als jahreszeitlich üblich entwickelt, erklärte die BA-Vize Heinrich Alt. Im November sei eigentlich ein Anstieg üblich, in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt um 55 000. Zuletzt sei eine Abnahme 1994 verzeichnet worden. Der aktuelle Rückgang sei auf weniger Arbeitslosmeldungen bei gleichzeitig mehr Beschäftigungsaufnahmen zurückzuführen. Daneben hätten auch das milde Wetter bis zur Mitte des Monats und der frühe Zähltermin eine Rolle gespielt. Arbeitsmarktexperten hatten einen Anstieg zwischen 20 000 und 27 000 im Vergleich zum Vormonat erwartet.

Im Vergleich zum November 2004 waren zwar 274 000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Im Oktober betrug der Vorjahresabstand jedoch noch 349 000. Er könne mittlerweile allein mit den Sondereffekten aus der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe im Zuge der Hartz-IV-Reform erklärt werden, erklärte die BA. Alt hob zugleich den Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl um 53 000 auf 4,753 Millionen hervor. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 34 000 ab. Im Osten ging sie um 19 000 zurück. Das Stellenangebot entwickelt sich nach BA-Angaben weiterhin positiv. Im November gab es 422 000 Job-Angebote, das waren 193 000 mehr als vor einem Jahr. Stellen für Freiberufler und Selbstständige eingeschlossen, könnten die Arbeitsagenturen derzeit auf rund 590 000 offene Stellen zurückgreifen, hieß es.

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) wertete den Rückgang als Bestätigung des Kurses der Bundesregierung gewertet. „Die weiterhin zu hohe Zahl der Arbeitslosen ist Auftrag, diesen Kurs konsequent, mutig und zuversichtlich weiter zu verfolgen. Dafür stellt unser Koalitionsvertrag die Weichen“, so Müntefering weiter.

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