Aktueller US-Konjunkturbericht
Fed: US-Verbraucher werden vorsichtiger

Die amerikanische Notenbank erwartet bis zum Jahresende eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Als Grund nannte die Fed am Mittwoch eine wachsende Zurückhaltung der Verbraucher. Unter dem Eindruck der jüngsten Immobilien- und Hypothekenkrise seien die Privathaushalte vorsichtiger geworden, heißt es in der Einschätzung der Notenbank.

HB WASHINGTON. Es gebe nur wenige Anzeichen für eine Stabilisierung. Wegen der strengeren Bedingungen bei der Kreditvergabe könnten viele potenzielle Käufer keine Immobilien erwerben. Dem Beige Book zufolge ist die Dollar-Schwäche für die Exportwirtschaft positiv. Es gebe nur einige sehr verstreute Anzeichen einer möglichen Stabilisierung inmitten eines sich fortsetzenden Abbremsungsprozesses, fasste die US-Notenbank die Lage nach Auswertung ihrer Umfrage in allen Fed-Distrikten zusammen.

Der Euro stieg nach der Veröffentlichung des Beige Book auf ein Tageshoch gestiegen. Um 20.50 MEZ kostete ein Euro 1,4852 US-Dollar. Auch gegenüber dem britischen Pfund Sterling gab der Greenback nach, während er sich zum Yen behauptete.

Sieben von zwölf Fed-Distrikten meldeten eine langsamere Wirtschaftsaktivität, der Rest sprach von moderater Expansion oder durchwachsenen Bedingungen. Hausbauer rechneten frühestens für Ende kommenden Jahres mit einer Erholung der Nachfrage. Und die Krise am Bau macht sich laut Beige Book inzwischen auch am Arbeitsmarkt bemerkbar. Bauunternehmen verschöben Projekte und entließen Mitarbeiter, heißt es in dem Bericht, der bis zum 16. November eingegangene Umfrageergebnisse berücksichtigt. Die Berichte hinsichtlich der Ausgaben im Einzelhandel seien überwiegend pessimistisch gewesen, gleiches habe für den Ausblick auf das Feiertagsgeschäft gegolten.

Ein Lichtblick waren erneut die Exporte, die vom schwachen Dollar profitierten. Das verarbeitende Gewerbe zeigte sich stabil bis durchwachsen.

Hinsichtlich der Inflation konstatiert die Fed, dass der Inflationsdruck insgesamt schwach sei - mit Ausnahme von Produkten und Dienstleistungen, die stark von Nahrungsmittel- und Energielieferungen abhingen. Ohne diese beiden Bereiche seien die Endverbraucherpreise stabil gewesen oder sogar etwas gesunken. Eine begrenzte Preissetzungsmacht habe manche Unternehmen gezwungen, höhere Kosten auf Kosten der Marge zu absorbieren. Der Lohndruck wurde als weit gehend unverändert beschrieben.

Das aktuelle Beige Book bildet die Grundlage der Zinsentscheidung, die der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed bei seiner Sitzung am 11. Dezember fassen wird. Beobachter gehen vor allem wegen der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise davon aus, dass der geldpolitische Schlüsselsatz dann - zum dritten Mal in diesem Jahr - sinken wird.

Allein schon die Perspektive für eine weitere Zinssenkung gab am Mittwoch der Wall Street neuen Auftrieb, so dass die Kurse auf breiter Front anzogen. Eine Zinssenkung ist ein klassisches Instrument der Notenbanken, um die Kauf- und Investitionsneigung und damit die Konjunktur anzukurbeln.

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