Am Freitag neue Daten zum Geschäftsklima
Analysten erwarten Anstieg des Ifo-Index

Die Stimmung der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland dürfte sich im Dezember nach der leichten Eintrübung im Vormonat wieder aufgehellt haben.

HB FRANKFURT. Bankvolkswirte erwarten im Durchschnitt, dass sich der Ifo-Geschäftsklimaindex auf 98,3 von 97,8 verbessert hat, was auf eine kurzfristig weiterhin robuste deutsche Konjunktur hindeuten sollte. Nach dem überraschend starken Anstieg der ZEW-Erwartungen schließen die Experten auch einen deutlich besseren Ifo-Index nicht aus, sie verweisen jedoch gleichwohl auf die unterschiedlichen Umfragekreise, auf denen diese Indizes basieren.

Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung wird die Dezember-Daten seiner Umfrage am Freitag (10 Uhr) veröffentlichen. Bernd Weidensteiner von der DZ Bank (Prognose: 98,0) begründet seine Prognose unter anderem mit den unerwartet guten Daten der US-Wirtschaft und dem Abebben der Sorge, dass die Europäische Zentralbank (EZB) gleich in Serie die Leitzinsen anheben könnte. Darüber hinaus weist er auf die soliden Zahlen des deutschen Industriesektors hin, die einen guten Start ins vierte Quartal markierten. Zweifel gebe es aber weiter mit Blick auf den Einzelhandel.

Jürgen Michels von Citigroup (Prognose: 98,5) sieht zudem in der immer noch günstigen Wechselkursentwicklung und wieder stabileren Ölpreisen wesentliche Gründe für eine Aufhellung des Geschäftsklimas. Auch das anfangs kritisierte Auftreten der großen Koalition aus Union und SPD scheint seiner Einschätzung nach jetzt einer milderen Bewertung zu weichen. Vor diesem Hintergrund rechnet Michels damit, dass sich der Erwartungsindex des Ifo-Barometers auf 98,2 von 97,7 verbessern wird, während die Einschätzung der aktuellen Lage auf 98,9 von 97,8 steigen sollte.

Die Ökonomen der Bankgesellschaft Berlin (Prognose: 98,5) rechnen ebenfalls mit einem Indexauftrieb zu Jahresende. Sie betonen mit Blick auf die bisherige Entwicklung des Index und seiner Komponenten, dass die Stimmungsverbesserung ohne den für Aufschwungphasen typischen Vorlauf der Erwartungskomponente zustande gekommen sei. Deshalb könne die günstigere Stimmung als fundamental gut abgesichert gelten.

Grundsätzlich dürften die neuen Ifo-Zahlen die Erwartung stützen, dass die deutsche Wirtschaft auch im vierten Quartal 2005 mit einer anständigen Rate gewachsen ist. Die meisten Volkswirte gehen gegenwärtig von einem Wachstum von 0,3 bis 0,4 Prozent auf Quartalssicht aus. Angesichts der zuletzt sehr starken Produktion und Auftragseingänge wird jedoch auch eine bessere Entwicklung nicht mehr ausgeschlossen, nachdem im dritten Quartal ein Wachstum von 0,6 Prozent verzeichnet worden war. Trotz des starken zweiten Halbjahrs dürfte das Wachstum der deutschen Wirtschaft im Gesamtjahr 2005 aber nur um die 1 Prozent betragen.

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