An asiatische Staaten gerichtet
Duisenberg mahnt Flexibilisierung an

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, sieht Forderungen der Industrieländer nach mehr Flexibilität der Wechselkurse vor allem an die Adresse asiatischer Staaten gerichtet.

HB MAILAND/SINGAPUR. „Unser Eindruck, der sich im Kommunique der sieben führenden Industrienationen (G-7) im September niedergeschlagen hat, ist, dass eine größere Flexibilität im System der Wechselkurse notwendig ist“, sagte Duisenberg in einem Interview der italienischen Finanzzeitung „Il Sole 24 Ore“, das am Sonntag veröffentlicht wurde. Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte unterdessen die Länder Asiens auf, durch mehr Flexibilität ihrer Währungen ihre Rolle beim Abbau des Leistungsbilanzdefizits der USA zu übernehmen.

„Diese größere Flexibilität bezieht sich nicht so sehr auf den Euro-Dollar-Kurs, sondern auf die Wechselkurssysteme, die in vielen asiatischen Ländern praktiziert werden“, sagte der EZB-Präsident. Anfang der Woche hatte Duisenberg die Hoffnung geäußert, dass sich der Kursrückgang des Dollar schrittweise und langsam vollziehen werde. Die Mitglieder im EZB-Rat, der luxemburgische Notenbankchef Yves Mersch und Bundesbank-Präsident Ernst Welteke, hatten ebenfalls vor wenigen Tagen erklärt, die G-7-Erklärung habe keine Schwächung des Dollar zum Ziel gehabt.

Die US-Währung hatte in der vergangenen Woche kräftig an Wert eingebüßt. Zum Wochenschluss notierte der Euro bei Kursen knapp unter 1,18 Dollar, nachdem er zwischenzeitlich deutlich über diese Marke geklettert war.

Angesichts der großen politischen und wirtschaftlichen Differenzen rechne er nicht damit, dass asiatische Staaten kurzfristig eine Währungsunion gründen werden, sagte Duisenberg weiter. Zur Euro-Zone sagte er: „Wir haben keine politische Union, aber dennoch haben wir klar bewiesen, dass das Projekt (die Gemeinschaftswährung) funktioniert und glaubwürdig ist.“ Allerdings werde die Erweiterung der EU Veränderungen im Verhältnis zwischen der EZB und den nationalen Zentralbanken nach sich ziehen.

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