Analysten: "Das sind starke Daten"
US-Industrie erholt sich schneller als erwartet

Der am Freitag veröffentlichte Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago ist im August überraschend gestiegen. Demzufolge hellte sich auch die Beschäftigungssituation im Verarbeitenden Gewerbe merklich auf. Erstmals seit März 2000 wurden mehr Stellen geschaffen als abgebaut.

Reuters CHICAGO. Analysten sprachen von starken Daten, die den Konjunkturoptimismus in der weltgrößten Volkswirtschaft bestätigten. Die US-Aktienmärkte drehten nach Veröffentlichung der Daten ins Plus. Auch in Europa reagierten die Börsen vorübergehend mit Kursgewinnen.

Wie die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager mitteilte, kletterte der an den Finanzmärkten viel beachtete Index auf 58,9 von 55,9 Punkten im Juli und erreichte damit den höchsten Stand seit 15 Monaten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang auf 55,5 Punkte erwartet. Werte über 50 Punkte signalisieren ein Geschäftswachstum im Verarbeitenden Gewerbe des Großraums Chicago, Werte darunter zeigen einen Rückgang an.

„Das ist stark“, kommentierte Volkswirt Richard Yamarone die Daten. Diese nähren seinen Worten zufolge die Erwartung einer kräftigen konjunkturellen Belebung im zweiten Halbjahr. „Es ist eine Sache, wenn nur ein paar positive Signale zusammenkommen, aber jetzt gibt es offenkundig überwältigende Anzeichen dafür, dass wir uns auf einem sicheren Weg zu einer Erholung befinden“, ergänzte Yamarone.

Der Chicagoer Index gilt als wichtiger Vorlaufindikator für den landesweiten Einkaufsmanagerindex, der am Dienstag veröffentlicht wird. Analysten erwarten hier einen Anstieg im August auf 53,0 von 51,8 Punkten im Juli und damit einen Hinweis auf eine beschleunigte Expansion im Verarbeitenden Gewerbe der gesamten USA.

Der Beschäftigungsindex der Chicagoer Einkaufsmanager-Vereinigung stieg auf 51,2 von 46,0 Zählern im Vormonat und zeigt damit wieder Stellenzuwächse in der Industrie an. „Bei der Beschäftigung ist dies der erste positive Wert seit März 2000“, erklärte die Vereinigung.

Das Verarbeitende Gewerbe, das rund ein Sechstel der US-Wirtschaftsleistung ausmacht, war am stärksten von der drastischen Konjunkturabkühlung in den vergangenen Jahren betroffen. Die Beschäftigung in dem Wirtschaftszweig wurde dabei auf das Niveau von Ende der 50er Jahre reduziert. Zuletzt mehrten sich allerdings die Anzeichen für eine Erholung der Industrie.

Die jüngsten Konjunkturdaten unterstreichen insgesamt den Aufwärtstrend in der weltgrößten Volkswirtschaft. Die Hoffnungen richten sich nun vor allem darauf, dass sich die wirtschaftliche Erholung allmählich auch positiv auf die Beschäftigungssituation auswirkt. Der Arbeitsmarktbericht für August wird kommende Woche erwartet.

Unterschiedliche Signale kommen indes weiterhin von der Verbraucherseite. Während die Stimmung der Konsumenten Umfragen zufolge eher noch von Skepsis geprägt ist, zogen die Ausgaben der Haushalte zuletzt an. Der von der Universität Michigan ermittelte Index des Verbrauchervertrauens fiel im August nach endgültigen Berechnungen auf 89,3 (Juli 90,9) Punkte, während Volkswirte mit einem geringeren Rückgang auf 90,5 Zähler gerechnet hatten. Demgegenüber legten die Verbraucherausgaben im Juli wie von Analysten prognostiziert zum Vormonat um 0,8 Prozent zu.

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