Analysten enttäuscht
US-Arbeitsmarkt hinkt Konjunkturerholung hinterher

Die allmähliche Konjunkturerholung in den USA bleibt weiterhin ohne spürbare Impulse auf den Arbeitsmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft. Im Juli ging die Beschäftigtenzahl überraschend zurück. Da aber zugleich verstärkt Beschäftigte aus dem Erwerbsleben ausschieden, verringerte sich auch die Arbeitslosenquote auf 6,2 %.

Reuters WASHINGTON. Analysten äußerten sich enttäuscht darüber, dass vor allem in der Industrie der erhoffte Stellenzuwachs weiter ausbleibe. Die Unternehmen warteten offenkundig auf eine stärkere Wachstumsbeschleunigung, bevor sie neue Mitarbeiter einstellten. Die Börsen beiderseits des Atlantiks reagierten am Freitag mit Kursverlusten auf die US-Arbeitsmarktdaten.

Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft verringerte sich im vergangenen Monat um 44 000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Analysten hatten demgegenüber im Schnitt mit einem Zuwachs von 18 000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote fiel auf 6,2 %, nachdem sie im Juni mit 6,4 % noch den höchsten Stand seit neun Jahren verzeichnet hatte. Volkswirte hatten einen Rückgang auf lediglich 6,3 % erwartet. Das Minus ist allerdings nach Ministeriumsangaben nicht auf einen Stellenzuwachs zurückzuführen, sondern auf ein verstärktes Ausscheiden von Beschäftigten aus dem Erwerbsleben.

„Es ist etwas enttäuschend“, kommentierte Volkswirt Jay Bryson von Wachovia Securities die Daten. „Wir schaffen keine Stellenzuwächse in der Industrie, und dort konzentrieren sich die Arbeitsplatzverluste.“ Ken Mayland von Clearview Economics ergänzte, der Rückgang der Beschäftigtenzahl zeige, dass die Arbeitgeber zuerst eine solide Wachstumsentwicklung sehen wollten, bevor sie auf Dauer wieder mehr Leute einstellten. Im zweiten Quartal ist die US-Wirtschaft nach Daten vom Donnerstag unerwartet stark um annualisiert 2,4 % gewachsen.

In der Vergangenheit ist es schon häufiger vorgekommen, dass sich die Zahl der Beschäftigten und die Arbeitslosenquote in den USA in die gleiche Richtung entwickeln. Dies kann mitunter auch daran liegen, dass die US-Beschäftigtenzahlen auf den Ergebnissen einer periodischen Umfrage unter Arbeitgebern basieren, während sich die Quote der Erwerbslosen auf Haushaltsbefragungen stützt.

Die US-Aktienfutures reagierten am Freitag mit Kursverlusten auf die schwächer als erwartet ausgefallenen Beschäftigtenzahlen. Auch der Dax in Frankfurt rutschte etwas tiefer ins Minus. Der Dollar verzeichnete zum Euro vorübergehend Kursabschläge.

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