Analysten sehen Talsohle erreicht
Chinas Wirtschaft mit deutlicher Erholung

Chinas Wirtschaft zeigt sich trotz des anhaltenden Exporteinbruchs erstaunlich robust. Für den Monat März meldet die heimische Autobranche Rekordabsätze, auch die Industrieproduktion hat wieder deutlich zugelegt. Zugleich stieg die monatliche Kreditvergabe auf 1,89 Billionen Yuan (210 Mrd. Euro) und kam auch der zuletzt flaue Immobilienmarkt dank gefallener Preise wieder in Schwung.

PEKING. Unter Analysten und Politiker macht sich in der Volksrepublik bereits die These breit, der Tiefpunkt der Krise dürfte in der drittgrößten Volkswirtschaft erreicht sein. Sie folgen damit Regierungschef Wen Jiabao, der die Lage der chinesischen Wirtschaft „besser als erwartet“ nennt. Das beschlossene Konjunkturpaket zeige Wirkung.

„Die Erholung ist eine Tatsache“, meint etwa Tao Dong, Asien-Volkswirt von Credit Suisse in Hongkong. Auch Tao Wang, Volkswirtin von UBS in Peking sieht Chinas wirtschaftliche Erholung „auf dem besten Weg“. Die Hilfspakete der chinesischen Regierung werden ihrer Meinung nach vor allem in der zweiten Jahreshälfte für positive Folgen sorgen. Dann werde Chinas Wirtschaftswachstum wahrscheinlich sogar wieder die Marke 12 Prozent überschreiten, so die mutige Prognose.

Auch Chinas Zentralbank zeigt sich inzwischen selbstbewusst. Sie legte gestern den Tageskurs der chinesischen Landeswährung Yuan zum Dollar auf einem ungewöhnlich hohen Niveau fest. Mit den Anzeichen der Erholung stiegen auch die Erwartungen an eine Aufwertung, meinte ein Börsenhändler dazu in Schanghai. Chinas Oberbanker wollten wohl mit dem starken Tageskurs gestern dafür den Markt testen, so der Händler.

Dieser Schritt dürfte jedoch weiteren Druck auf Chinas Exportbranchen ausüben, die bislang zu den großen Verlierern der Krise gehören. Im vergangenen Monat gingen die chinesischen Exporte im fünften Monat in Folge zurück. Die Ausfuhren sanken nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua im Januar um 17,5 Prozent, im Februar um 25,7 Prozent und im März um 17,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Und der Abwärtstrend bei den Exporten hält an“, warnt James McCormack, Asienchef der Ratingagentur Fitch in Hongkong. China werde sich nicht rascher erholen als die Weltwirtschaft. Der durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ausgelöste Einbruch bei den chinesischen Exporten hat das verarbeitende Gewerbe und damit den Arbeitsmarkt hart getroffen. Mehr als 20 Mio. chinesische Wanderarbeiter haben dadurch bereits ihre Jobs verloren. Experten fürchten, die Zahl könne sich bis Jahresende verdoppeln. Denn selbst bei einem Wachstum von neun Prozent kann China nach Berechnungen der Asiatischen Entwicklungsbank nur 9 Mio. neue Arbeitsplätze im Jahr schaffen.

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