Analysten überrascht
US-Handelsdefizit auf Rekordniveau gestiegen

Das Defizit in der US-Handelsbilanz hat sich im Oktober um neun Prozent auf ein neues Rekordniveau ausgeweitet. Insbesondere die gestiegenen Ölpreise trieben die Importe auf noch nie gesehene Höhen. Der Fehlbetrag kletterte den Angaben des Handelsministeriums von Dienstag zufolge trotz des anhaltend schwachen Dollar auf rund 55,5 Mrd. Dollar von revidiert 50,9 Mrd. Dollar im Vormonat.

HB WASHINGTON. Die Erwartungen von Analysten betrugen im Mittel lediglich 53,0 Mrd. Dollar. Damit stieg das Defizit in den ersten zehn Monaten 2004 auf insgesamt 500,5 Mrd. Dollar und übertraf damit bereits den Rekordbetrag von 496,5 Mrd. Dollar für das gesamte Vorjahr.

Bei den Ausfuhren verzeichneten die USA wegen des schwachen Dollar im Oktober ein Plus von 0,6 % auf 98,1 Mrd. Dollar. Die Einfuhren legten dagegen deutlich stärker um 3,4 % zu auf ein Rekordniveau von 153,5 Mrd. Dollar. Unter anderem wegen des hohen Ölpreises legten die Importe in den ersten zehn Monaten damit um 15,6 % zu, während die Exporte in diesem Zeitraum lediglich um 12,8 % stiegen.

Der Dollar gab nach den Zahlen zum Euro zunächst weiter nach, legte dann aber wieder zu. Das hohe US-Handelsdefizit, das die USA durch ausländisches Kapital finanzieren müssen, wird als eine der Hauptursachen für die jüngste Dollar-Schwäche angesehen. Viele Experten gehen davon aus, dass eine deutliche Abwertung der US-Währung notwendig ist, um das starke Ungleichgewicht in der Handelsbilanz der weltgrößten Volkswirtschaft zu reduzieren. Zugleich wachsen damit aber auch Befürchtungen, dass ein zu starker und abrupter Dollar-Verfall das Vertrauen in die US-Währung und den Investitionsstandort USA erschüttert sowie die Exportwirtschaft der großen US-Handelspartner massiv belastet.

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