Analystenerwartungen deutlich übertroffen
Japans Großindustrie ist optimistisch

Der Tankan-Bericht der Notenbank macht Japans Wirtschaft Hoffnung: Danach ist der Optimismus angesichts der Wirtschaftsentwicklung auf den höchsten Stand seit sechs Jahren gestiegen.

HB TOKIO. Der Index für die Wirtschaftsstimmung bei den Großunternehmen im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Dezember auf plus elf von plus eins im September, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Konjunkturbericht der Bank von Japan hervorgeht. Dies ist der höchste Stand seit Juni 1997. Ein positiver Index bedeutet, dass es mehr Optimisten als Pessimisten gibt. Um der im Zuge des Weltwirtschaftswachstums erhöhten Nachfrage nach japanischen Autos, DVD-Geräten und Mobiltelefonen nachzukommen, wollen Nippons Industrieunternehmen ihre Investitionen aufstocken. Die klein- und mittelständischen Betriebe, die die Mehrheit der befragten Unternehmen stellen und einen Großteil der Arbeitnehmer beschäftigen, sind allerdings weiterhin pessimistisch.

Während einige Experten das Umfrageergebnis als eine weitere Bestätigung für eine Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft ansehen, weisen andere darauf hin, dass die Erholung sich auf die Exportindustrie beschränke und noch nicht die auf den Binnenkonsum angewiesenen Firmen erreiche.

Der Privatkonsum, der zu über der Hälfte zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt, wird durch die gespannte Lage am Arbeitsmarkt gedämpft und war im 3. Quartal um 0,1 % gesunken. Als Folge musste die Regierung das Wirtschaftswachstum für diesen Zeitraum auf 0,3 % nach zuvor geschätzten 0,6 % nach unten revidieren.

Japans Exporteure profitieren dagegen vom beschleunigten Wirtschaftswachstum in den USA und China, wo sie fast zwei Fünftel ihrer Ausfuhren absetzen. Vor diesem Hintergrund wollen Nippons große Produktionsunternehmen im noch bis März 2004 laufenden Geschäftsjahr die Investitionen um 11,1 % aufstocken. Doch bleiben auch sie vorsichtig: Sie rechnen damit, dass ihr Stimmungsindex im nächsten Quartalsbericht der Notenbank auf plus acht absinken wird. Hintergrund ist die Festigung des Yen zum Dollar auf das höchste Niveau seit drei Jahren, was die hauptsächlich noch vom Export getragene Erholung laut Ökonomen zu gefährden droht. Hinzu kämen die weiter andauernden Umstrukturierungen der Firmen, um ihre Überkapazitäten abzubauen.

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