Anhaltend hohes Preisniveau
Ölpreise verstärken Konjunktursorgen

In Deutschland und den anderen Staaten der Euro-Zone sind die Sorgen über die konjunkturelle Entwicklung durch den auf Rekordhöhe gestiegenen Ölpreis verstärkt worden. So machte die Europäische Zentralbank (EZB) hohen Ölpreise in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht als Risikofaktor für die Inflation in der Euro-Zone aus.

HB LONDON. Nach Einschätzung des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA) könnte ein weiter steigender Ölpreis das Wirtschaftswachstum in Deutschland im kommenden Jahr deutlich abbremsen. Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent kletterte auf 42 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) und damit einen neuen Rekordstand. Auch US-Leicht-Öl verteuerte sich erneut merklich.

„Insbesondere das anhaltend hohe Niveau der Ölpreise, das durch die Stärke des weltwirtschaftlichen Wachstums gestützt werden könnte, gibt Anlass zur Besorgnis“, erklärte die EZB. Dennoch zeigte sie sich weiter zuversichtlich, dass die konjunkturelle Erholung in der Euro-Zone anhalten wird.

HWWA-Präsident Thomas Straubhaar sagte Reuters, bei seiner jetzigen Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,4 Prozent im kommenden Jahr habe das Institut einen Ölpreis von 35 Dollar je Barrel unterstellt. „Wenn der Ölpreis bis Ende 2005 bei 45 Dollar liegen würde, kommen wir im nächsten Jahr nur auf 0,6 Prozent Wachstum“, sagte Straubhaar. „Die zusätzlichen zehn Dollar kosten uns 0,8 Prozentpunkte Wachstum.“

Händler führten die erneute Verteuerung des Öls unter anderem auf die Drohung der Mehdi-Miliz des radikalen Schiiten- Predigers Moktada al-Sadr zurück, Ölpipelines im Süden des Irak anzugreifen. Wegen der Drohung blieb die Hauptleitung nach Angaben aus Kreisen der Öl-Industrie weiter geschlossen. Sie war vor einigen Tagen nach einem Sabotage-Akt geschlossen worden. Öl wird nur noch über eine kleinere Pipeline transportiert. Die Sorgen um die irakische Ölförderung haben mit zu den seit Wochen anhaltend hohen Ölpreisen beigetragen.

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