Anhaltender Aufschwung
Japans Wirtschaft bleibt optimistisch

Wachstum in allen Bereichen: Japans Wirtschaft befindet sich weiter im Vormarsch. Der Export läuft hervorragend, Investitionsgelder fließen. Auch eine wahrscheinliche Zinserhöhung kann die positive Stimmung dabei kaum trüben.

fmk TOKIO. Japans Unternehmer blicken weiterhin optimistisch in die Zukunft und wollen kräftig investieren. Dies geht aus der vierteljährlich erhobenen Tankan-Umfrage der Bank of Japan (BoJ) zu den Geschäftsaussichten hervor. „Die Ergebnisse bestätigen die Einschätzung der Regierung, dass die Wirtschaft gleichmäßig expandiert“, sagte Kabinettschefsekretär Yasuhisa Shiozaki in Tokio.

Von Konjukturindikatoren wie dem Tankan-Bericht hängt viel ab: Die Notenbank ringt derzeit mit sich, wann sie die nächste Zinserhöhung wagen kann. BoJ-Präsiden Toshihiko Fukui will damit bis zu einer eindeutig stabilen Wirtschaftslage warten. Der Leitzins liegt seit 1999 extrem niedrig und rangiert derzeit bei 0,5 Prozent.

Im Augenblick sieht es so aus, als würde der schon vier Jahre anhaltende Aufschwung vorerst weitergehen. Japans Unternehmen planen bis Ende März 2008 im Schnitt 3,1 Prozent höhere Investitionen. In der März-Umfrage hatten sie noch einen kleinen Rückgang angekündigt. Die großen Industrieunternehmen wollen elf Prozent mehr für Ausrüstung und Fabriken ausgeben. Auch die Finanzdienstleister kündigten kräftige Investitionen an.

Vor allem die gute Stimmung der Maschinenbauer zeige, dass sowohl die inländische Industrie als auch der Export vorerst gut liefen, sagt Hideo Kumano, Ökonom am Daiichi Life Research Institute. Fraglich sei aber, ob der stabile Trend allein die Notenbank schon von der Robustheit des Wachstums überzeugt. Eine Zinserhöhung bereits am 12. Juli hält er daher für unwahrscheinlich. Analysten von Goldman Sachs rechnen angesichts der stabilen Wirtschaftsentwicklung mit einer Anhebung im August: „Es gibt fast keinen Grund mehr, auf einen Zinsschritt zu verzichten“, schreibt Ökonom Tetsufumi Yamakawa.

Für September erwarten Wirtschaftsexperten ein etwas schlechteres Abschneiden der Industrieunternehmen, aber eine Verbesserung der Stimmung in Handel und Dienstleistungsgewerbe. Die produzierende Wirtschaft freute sich zuletzt vor allem über eine niedrige Bewertung des Yen an den Devisenmärkten und den Aufstieg der Schwellenländer, der ihnen Exportchancen eröffnete. Die Investmentbank Barclays Capital hält auch einen weiteren Anstieg des Tankan-Barometers für möglich. Der Index für die Geschäftserwartungen der Großunternehmen hielt sich seit der letzten Erhebung vor drei Monaten bei 23 Zählern. Dienstleister und Handel kamen auf 22 Punkte. Der Basisindex ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Anteil der pessimistischen und der optimistischen Antworten in Prozent.

Auch die Stimmung unter den kleinen und mittleren Unternehmen hat sich leicht verbessert: Der Vorsprung der Pessimisten vor den Optimisten schmolz von acht auf sechs Punkte. Bedenklich ist aber, dass die Mittelständler bis Ende des Geschäftsjahres 16 Prozent weniger investieren wollen.

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