Anstieg dämpft Deflationssorgen
US-Verbraucherpreise ziehen an

Die Inflation in den USA bleibt auf niedrigem Niveau. Die Verbraucherpreise sind im Juli wie die Erzeugerpreise erwartungsgemäß nur leicht gestiegen, wie am Freitag vorgelegte Daten zeigen.

Reuters WASHINGTON. Diese Entwicklung dürfte aber Befürchtungen dämpfen, dass der konjunkturellen Belebung in der weltgrößten Volkswirtschaft Gefahren durch sinkende Preise drohen. Analysten zufolge gibt die weiterhin moderate Teuerung der US-Notenbank (Fed) den Spielraum, die Zinsen auf längere Zeit niedrig zu halten, um die wirtschaftliche Erholung zu stützen. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Daten.

Wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im vergangenen Monat im Vergleich zum Juni um 0,2 % nach einem Plus von ebenfalls 0,2 % im Vormonat. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg in dieser Höhe gerechnet.

Die Energiepreise kletterten um 0,4 %. In der Kernrate, also ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelkosten, legten die Preise um 0,2 % zu. Volkswirte hatten hier ein Plus von lediglich 0,1 % vorausgesagt. Die Erzeugerpreise hatten im Juli wie von Analysten erwartet um 0,1 % zugelegt, wie das Ministerium bereits am Vortag mitgeteilt hatte.

Die Fed hatte wiederholt vor einem unerwünschten Inflationsrückgang gewarnt. Eine stark gebremste Teuerung kann dazu führen, dass die Verbraucher in Erwartung günstigerer Preise ihre Anschaffungen aufschieben, was den Konsum und damit letztlich auch das Wirtschaftswachstum drosselt. Am Ende einer solchen Entwicklung könnte eine konjunkturschädliche Deflation stehen, also eine Abwärtsspirale aus nachhaltig sinkenden Preisen, rückläufiger Nachfrage und schrumpfender Wirtschaftsleistung.

„Die Verbraucherpreise-Zahlen zeigen, dass die Inflation weiterhin sehr niedrig ist“, sagte Gary Thayer, Volkswirt bei A.G. Edwards & Sons. „Nimmt man diese Zahlen, ist es für die Fed angemessen, die Zinsen bis auf weiteres niedrig zu halten.“ Dies hatten die Währungshüter zuletzt auch ungewöhnlich deutlich signalisiert. Der Leitzins in den USA liegt derzeit mit einem Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit 45 Jahren.

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