Anstieg der Verbraucherpreise
Benzin und Heizöl treiben Inflation in die Höhe

Getrieben von den Preisen an den Zapfsäulen ist die Inflation in Deutschland wieder auf die sensible Marke von 2 Prozent geklettert. Ökonomen warnen: Die Geldpolitik der EZB dürfte den Preisauftrieb zusätzlich anheizen.
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WiesbadenRasant steigende Preise für Heizöl und Kraftstoff haben die Inflationsrate in Deutschland in die Höhe getrieben. Die Verbraucherpreise lagen im August um 2,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. So kräftig hatten die Verbraucherpreise seit April nicht mehr angezogen. Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg der Inflationsrate auf 1,9 Prozent gerechnet.

Gegenüber dem Vormonat stiegen die Lebenshaltungskosten im August um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten ein Plus von 0,2 Prozent erwartet.

Im Juli und Juni hatte die jährliche Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen, dem niedrigsten Wert seit Ende 2010. Mit dem kräftigen Preisauftrieb erreichte die Inflation wieder die Warnschwelle der Europäische Zentralbank (EZB), die stabile Preise bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewahrt sieht.

„Derzeit bewegt vor allem das Auf und Ab des Ölpreises die Inflationsrate“, betonte Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf. So seien beispielsweise die Preise für Heizöl den zweiten Monat in Folge kräftig um rund 5 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vormonat gestiegen. Auch Benzin habe sich im August merklich verteuert.

Für die Autofahrer oder Hausbesitzer in Deutschland kam erschwerend hinzu, dass gleichzeitig der Euro gegenüber dem Dollar in Folge der zugespitzten Schuldenkrise seit dem Frühjahr an Wert verlor. Die Folge: In Euro verteuerte sich Rohöl zusätzlich: „In Euro stieg der Rohölpreis Brent von seinem Tief Mitte Juni zu seinem jüngsten Höchststand Mitte August um 38 Prozent“, sagte Berenberg-Ökonom Christian Schulz. Er habe damit beinahe wieder das Rekordniveau vom März erreicht. Der schwache Euro dürfte aber auch andere Importprodukte verteuert haben.

Immerhin: Nach den jüngsten Rekordpreisen gewähren die Tankstellen in Deutschland den Autofahrern aktuell eine Verschnaufpause: Am Mittwoch sind die Kraftstoffpreise im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken. Aus Sicht des ADAC sind sie damit allerdings immer noch deutlich überhöht.

Die Commerzbank erwartet, dass die Teuerungsrate in den kommenden Monaten über zwei Prozent klettern wird. Neben den hohen Energiekosten lasse dies auch der starke Lohnanstieg befürchten.

Während das Auf und Ab bei den Energiepreisen eine alte bekannte ist, sehen Ökonomen eine weitere Gefahr: „Mittelfristig dürften die Verbraucherpreise aufgrund der für Deutschland zu expansiven Geldpolitik auf breiter Front stärker zulegen“ warnte Rondorf. Die EZB werde die Zinsen aus Rücksicht auf die Probleme der Peripherieländer aus deutscher Sicht zu spät anheben.

Mittelfristig könnte die Krisenpolitik der Währungshüter die Preisspirale zusätzlich beschleunigen, hatte der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark erst am Dienstag betont. Er befürchtet, die Notenbank könnte sich durch den Kauf von Staatsanleihen europäischer Krisenländer selbst überfordern und ihre Unabhängigkeit von der Politik aufs Spiel zu setzen. Letztlich werde die Zentralbank ihren Kernauftrag, die Preisstabilität zu gewährleisten, damit nicht mehr erfüllen können: „Es droht die Gefahr hoher Inflation - nicht heute, nicht morgen, aber mittel- bis langfristig.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anstieg der Verbraucherpreise: Benzin und Heizöl treiben Inflation in die Höhe"

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  • Sie wollen doch wohl nicht die offiziellen Daten des Statistische Bundesamt in Wiesbaden in Frage stellen. Hierbei handelt es sich um ein Bundesamt, welches mit seinen hochbezahlten Beamten einen variablen Warenkorb nach dem angeblichem Verbraucherverhalten des Deutschen Bürgers kreiert hat.
    Wenn Fisch erheblich teurer geworden ist, kauft der Deutsche mehr Huhn, oder ihre Stromrechnung gesunken ist, weil sie jetzt Gift ausgasende Energiesparlampen verwenden.

    Vielleicht stimmt mit Ihrem Gefühl etwas nicht?

    Ironie aus.

    Schönen Tag noch.

  • HAHA! Das ist das lustigste was ich jemals gelesen habe - Benzinpreise treiben die Inflation in die Höhe!

    Ist das Handelsblatt jetzt endgültig auf Bildzeitungsniveau abgesackt?

  • 2 % Inflation ist ja schon mal frech gelogen....
    Und das Benzin und Heizöl die Inflation hochtreiben gleich die nächste Lüge.....
    Aber kaum einer beschwert sich....
    Schöne brave gehirngewaschene Schafe haben wir hier ( deutsche Bevölkerung )

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