Anstieg der Weltproduktion erwartet
Weltwirtschaft ist auf dem Weg der Besserung

Eine weitgehend synchrone Erholung wichtiger Volkswirtschaften dürfte für einen kräftigen Anstieg der Weltproduktion im zweiten Halbjahr sorgen. Damit rechnet das Kieler Institut für Weltwirtschaft. Erst gestern Abend hatte auch die US-Notenbank in ihrem Konjunkturbericht "Beige Book" einen positiven Ausblick gegeben.

FRANKFURT.Die Wirtschaft im Land habe sich weiter stabilisiert. Es habe eine Verbesserung auf dem angeschlagenen Häusermarkt gegeben. Zudem beobachte man im verarbeitenden Gewerbe eine Erholung.

Das nächste Jahr aber bleibt mit Risiken für die Weltwirtschaft behaftet. Die konjunkturelle Dynamik dürfte "mäßig" ausfallen. "Die Probleme im internationalen Finanzsystem sind noch nicht überwunden, und die Korrektur der gesamtwirtschaftlichen Ungleichgewichte belastet die Konjunktur wohl noch geraume Zeit", schreiben die Kieler Ökonomen. Unter dem Strich werde die Weltproduktion in 2009 um 1,2 Prozent sinken und um 2,8 Prozent 2010 zunehmen. Im Juni hatte das Institut noch eine schlechtere Wirtschaftsentwicklung erwartet.

Als Ursache für den Umschwung machen die Kieler mehrere Faktoren aus. Die Finanzmärkte hätten sich dank des Eingreifens der Notenbanken und staatlicher Sanierungsprogramme und Garantien für den Finanzsektor stabilisiert. In der Folge habe sich die Risikoneigung der Investoren erhöht. Als Indiz dafür nennen die Wissenschaftler die Entwicklung der Kurse an den Aktienmärkten, die seit März stark angezogen haben. Obendrein wirkten zunehmend die Konjunkturprogramme. "Nicht zuletzt führt das Ende des ausgeprägten Lagerabbaus zu einem Wiederanziehen der Produktion", schreiben die Forscher.

Bereits im zweiten Quartal hatte sich die Konjunktur in einigen Ländern erholt. In Deutschland und Japan hatte das Bruttoinlandsprodukt zugelegt, in den USA war es immerhin deutlich schwächer zurückgegangen als zuvor. In Schwellenländern hatte die Erholung teilweise noch zeitiger eingesetzt.

Essenziell für die künftige Entwicklung ist es aus Sicht der Kieler Ökonomen, dass Unternehmen wie auch private Haushalte an Kredite gelangen können. Das sei nach wie vor deutlich schwerer als vor Beginn der Finanzkrise. Mit Blick auf die fragile Lage vieler Finanzinstitute und die zunehmenden Belastungen aufgrund von Kreditausfällen müsse die Wirtschaftspolitik der Konsolidierung des Bankensektors weiterhin oberste Priorität einräumen.

Mit einer spürbaren Straffung der Geldpolitik rechnen die Volkswirte auf kurze Sicht nicht.

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