Anzeichen von Schwäche bei der Industrieproduktion
Optimismus der Bank von Japan etwas eingetrübt

Die Einschätzung der Bank von Japan (BoJ) zur Konjunkturentwicklung des Landes hat sich im Dezember den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Gleichzeitig dürfte die Regierung für kommendes Jahr einen Rückgang des Wirtschaftswachstums prognostizieren, wie aus einem Entwurf der Prognose hervorgeht.

HB TOKIO. Die BoJ sah in ihrem am Freitag in Tokio veröffentlichten Monatsbericht zwar weiterhin eine konjunkturelle Erholung in Japan, sprach aber von Anzeichen von Schwäche bei der Industrieproduktion. Volkswirte fassten dies als Senkung der Erwartungen der Notenbank auf. Diese hielt am Freitag an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest, die die Wirtschaft weiter ankurbeln soll.

„Japans Wirtschaft setzt einen Erholungstrend fort, obwohl es eine schwächere Bewegung vor allem bei der Industrieproduktion zu geben scheint“, schrieben die Volkswirte der BoJ. Während die Exporte mehr oder weniger stagniert hätten, zeige die Industrieproduktion vor allem wegen Bereinigungen von Lagerbeständen in der Technologiebranche Schwächen.

Der Bericht folgt einer Reihe rückläufiger Konjunkturindikatoren in den vergangenen Monaten, die die Regierung veranlassen dürften, ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum des im April beginnenden neuen Fiskaljahres zu senken. Einem Reuters vorliegenden Entwurf zufolge rechnet die Regierung mit einer Expansion des realen, preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 1,6 % im Fiskaljahr 2005/06. Für dieses Jahr geht die Regierung demnach nur noch von 2,1 statt von 3,5 % Wachstum aus. Dies liegt aber unter anderem an neuen Methoden der Inflationsbereinigung.

Nachlassende Ausfuhren, hohe Ölpreise und die Stärke des Yen haben das Bild der japanischen Wirtschaft zuletzt eingetrübt. Von Juli bis September wuchs die Wirtschaft auf das Jahr hochgerechnet um 0,2 %, nachdem sie im vorangegangenen Vierteljahr um 0,6 % geschrumpft war. Der im Wochenverlauf veröffentlichte „Tankan“-Bericht der BoJ zeigte zudem erstmals seit sieben Quartalen einen Rückgang des Geschäftsklimas bei großen japanischen Industrieunternehmen. Allerdings planten die Unternehmen höhere Ausgaben als erwartet.

In der Nacht zum Freitag beschloss die BoJ, bei ihrer extrem lockeren Geldpolitik zu bleiben. Die Notenbank hält die Leitzinsen seit Jahren nahe null Prozent und versorgt das Finanzsystem des Landes so mit viel Liquidität. Sie hofft, dass diese von den Banken in Form von günstigen Krediten an die Unternehmen weitergegeben wird, damit die Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft an Fahrt gewinnt. Die Zielvorgabe für die bei der Notenbank gehaltenen Bankreserven blieb bei 30 bis 35 Billionen Yen.

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