Anziehende Konjunktur
Licht am US-Arbeitsmarkt

Ist das Ende des billigen Geldes nahe? Überraschend positive Arbeitsmarktzahlen könnten die US-Notenbank zur Anpassung ihrer Geldpolitik verleiten, wäre da nicht die stagnierende Industrieproduktion im Juli.
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WashingtonDie Konjunktur in den USA sorgt derzeit für Licht und Schatten. Das Produzierende Gewerbe stagnierte zwar nur zum Start ins dritte Quartal. Aber überraschend positive Nachrichten vom Arbeitsmarkt könnten die US-Notenbank darin bestärken, ihren konjunkturunterstützenden Kurs der Geldpolitik zurückzufahren. Denn die Fed will die Fortsetzung ihres Staatsanleihen-Kaufprogramms vor allem vom Jobmarkt abhängig machen. In der vergangenen Woche stellten so wenige Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Die Zahl fiel um 15.000 auf 320.000, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 335.000 gerechnet.

Volkswirte reagierten positiv auf die Daten. Sollte sich der Rückgang in den kommenden Wochen und Monaten bestätigen, signalisiere dies "klar eine Beschleunigung des Beschäftigungsaufbaus und einen anhaltenden Rückgang der Arbeitslosenquote", sagte Postbanker Heinrich Bayer.

Das Geschäft im Produzierenden Gewerbe hingegen blieb hinter den Markterwartungen zurück. Die Firmen stellten im Juli nur genau so viel her wie im Juni. Experten hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Die Industrie drosselte ihren Ausstoß um 0,1 Prozent zum Juni, die Versorger stellten 2,1 Prozent weniger her. Ein Plus von 2,1 hingegen gab es in der Bergbauindustrie. Auch im August lief es in wichtigen Schlüsselregionen nicht rund. Das Barometer für den Großraum Philadelphia sackte deutlich ab, der Index für den Bundesstaat New York ließ leicht nach.

Derweil nimmt die Inflation leicht zu. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli zum Vorjahresmonat durchschnittlich um 2,0 Prozent, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Februar. Im Juni lag die Teuerung noch bei 1,8 Prozent. Zum Vormonat legten die Preise im Juli allerdings nur um 0,2 Prozent zu. Im Juni waren es noch 0,5 Prozent.

Die anziehende Jahresteuerung dürfte Sorgen einiger US-Notenbanker zerstreuen, die wirtschaftliche Gefahren durch eine zu niedrige Inflationsrate heraufziehen sehen. Die immer noch verhältnismäßig geringe Inflation eröffnet der Zentralbank zugleich Spielraum, ihre lockere Geldpolitik fortzusetzen. Die meisten von Reuters befragten Ökonomen rechnen damit, dass die Fed bereits im nächsten Monat damit beginnen wird, ihre Konjunkturspritzen zurückzufahren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Vom US-Arbeitsmarkt wurde in den letzten Jahren soviel Licht am Ende des Tunnels gemeldet, dass ich bereits vom Lesen dieser Nachrichten ganz geblendet bin.

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