April-Statistik
Frühjahrsbelebung drückt Arbeitslosenzahl

Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt kommt 2006 wegen des lang anhaltenden Winters spät: Im April ist die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 187 000 gesunken. Wird der Effekt der Jahreszeit herausgerechnet, fällt der Rückgang jedoch deutlich schmaler aus.

HB NÜRNBERG. „Trotz positiver Signale am Arbeitsmarkt zeichnet sich ein Beschäftigungsaufbau jedoch noch nicht ab“, erklärte der Vorstandschef der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Donnerstag. Im April seien 4,79 Millionen Menschen in Deutschland als arbeitslos registriert gewesen. Die Quote habe 11,5 Prozent betragen, 0,5 Prozentpunkte weniger als im März. Die Arbeitslosenquote im Westen beträgt 9,7 Prozent. Im Osten liegt sie bei 18,5 Prozent. Verglichen mit dem April 2005 ging die Arbeitslosenzahl um 262 000 zurück.

Bereinigt um den jahreszeitlichen Einfluss ging die Zahl der Arbeitslosen nach BA-Angaben jedoch nur um 40 000 zurück. Damit wurden die Erwartungen von Experten leicht übertroffen: Von den Nachrichtenagenturen Reuters und Dow Jones befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem bereinigten Rückgang von nur 35 000 gerechnet. Im Vormonat war die Zahl bereinigt um 30000 gestiegen. Im Westen Deutschlands wurden im April bereinigt 28 000 weniger Arbeitslose registriert als im Vormonat, im Osten wurde ein Minus von 12 000 verzeichnet.

BA steht finanziell weitaus besser da als geplant

Weise bestätigte zugleich Informationen des Handelsblatts, wonach die Bundesagentur finanzeill weitaus besser dasteht als geplant. Der Überschuss habe Ende April 2,4 Milliarden Euro betragen, so Weise. Dies seien rund 1,8 Milliarden Euro mehr als in den Haushaltsplanungen für diesen Zeitpunkt zu Grunde gelegt.

In ihren Planungen geht die BA bislang für das Gesamtjahr von einem Überschuss in Höhe von 1,8 Milliarden Euro aus. Weise hatte jüngst eingeräumt, dass der Überschuss angesichts der unerwartet positiven Finanzlage in den ersten Monaten auch höher ausfallen könne. Dies werde aber noch nicht ausreichen, wie von der Politik gefordert bei der Absenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung im Jahr 2007 einen Prozentpunkt allein durch Einsparungen bei der BA zu finanzieren.

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