Arbeitslose
In Deutschland droht Verlust von 215 000 Jobs

Laut einer Umfrage in 15 Branchen sind im kommenden Jahr je nach konjunktureller Entwicklung bis zu 215 000 Arbeitsplätze bedroht. Auch der Ökonom Hans-Werner Sinn geht davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen steigen wird.

HB BERLIN. Dass die Konjunkturkrise im kommenden Jahr deutliche Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt hinterlassen wird, berichtet die „Bild“-Zeitung. So wackelten nach Angaben von Branchenverbänden, Gewerkschaften und Wirtschaftsexperten in der deutschen Automobilindustrie zwischen 50 000 und 100 000 Stellen. Im Transportgewerbe seien es rund 40 000 Arbeitsplätze. Dagegen rechne der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), dass die Zahl der Beschäftigten bei rund 975 000 stabil bleibe. Auch in der Gesundheitsbranche werde kein Stellenabbau erwartet.

Auch der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, rechnet mit einer negativen Entwicklung im kommenden Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen werden „jetzt sehr rasch wieder steigen“, sagte Sinn der „Berliner Zeitung“. Er glaube nicht, dass sie auf fünf Millionen ansteigen werde, „denn wir sind durch die Hartz-IV-Reformen am Arbeitsmarkt jetzt etwas besser aufgestellt als bei der früheren Flaute. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht so weit kommt wie früher“.

Die Wirtschaftskrise habe es allerdings in sich, sagte Sinn: „Sie könnte weltweit gravierendere Ausmaße annehmen als die Wirtschaftskrise der Jahre 2001 bis 2005.“

Ein staatliches Eingreifen zur Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel lehnt der Ökonom ab. „Jeder Euro, den man da hineinsteckt, kommt über verschiedene Kanäle in einen großen Topf, der mit General Motors gebildet wird, und General Motos ist pleite.“ Generell habe der Staat in der Autoindustrie „nichts zu suchen“. Denn die notwendige strukturelle Bereinigung der Branche könne nur in der Flaute stattfinden, sagte Sinn. Der Staat dürfe die nötigen Strukturanpassungen nicht mir seinen Maßnahmen behindern.

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