Arbeitslosenhilfe/Konsumausgaben
Neue US-Konjunkturdaten liefern gemischtes Bild

Neue Konjunkturdaten aus den USA haben ein gemischtes Bild von der größten Volkswirtschaft der Welt gezeichnet: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche deutlicher als erwartet gestiegen, während die Daten zu Einnahmen und Ausgaben der privaten Haushalte positiv überraschten.
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HB WASHINGTON. So stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche um 17 000 auf 551 000, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten zwischen 530 000 und 535 000 Anträge erwartet. Der Vorwochenwert wurde von 530 000 auf 534 000 revidiert. Im aussagekräftigeren Vierwochendurchschnitt sank die Zahl der Erstanträge indes um 6 250 auf 548 000. Das ist der niedrigste Stand seit Januar. Der Wert der Vorwoche lag bei revidiert 554 250 (zunächst 553 000).

Die Konsumausgaben fielen indes etwas höher aus als erwartet. Sie stiegen im August um 1,3 Prozent. Das ist höchste Wert seit Oktober 2001. Volkswirte hatten einen Anstieg um 1,1 Prozent prognostiziert. Im Vormonat waren sie noch um revidierte 0,3 (zunächst 0,2) Prozent gestiegen. Mit ein Grund war die Verschrottungsprämie ("Cash for Clunkers") für alte Autos, wie das US-Handelsministerium mitteilte.

Die persönlichen Einkommen hinken der Entwicklung aber weiter hinterher, sie stiegen im August wie im Vormonat nur um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten hier ein Plus von 0,1 Prozent erwartet. Die Jahreskernrate des Verbraucherpreisindex PCE sank von 1,4 Prozent im Vormonat auf 1,3 Prozent. Der PCE-Index wird besonders stark von der US-Notenbank beobachtet.

Der Anstieg der Verbraucherausgaben, die für 70 Prozent der gesamten wirtschaftlichen Aktivität in den USA steht, gilt als guter Indikator dafür, dass die Wirtschaft in diesem Sommer wieder zu einem positiven Wachstum findet. Einige Wirtschaftsexperten befürchten aber, dass die wirtschaftliche Erholung wieder einbrechen könnte, wenn die Einkommen nicht steigen.

Die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe ist im August deutlich stärker als erwartet gestiegen. Der "Pending Home Sales Index" (PHSI) sei von 97,6 Punkten im Vormonat um 6,4 Prozent auf 103,8 Punkte geklettert, teilte die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit 98,6 Punkten gerechnet. Auf Jahressicht legte der Index um 12,4 Prozent zu.

Die sogenannten schwebenden Hausverkäufe gelten als ein wichtiger Frühindikator für den US-Immobilienmarkt, da sie auf die künftigen Hausverkäufe hinweisen.

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