Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit in Japan schießt in die Höhe

Die Wirtschaftskrise treibt die Arbeitslosigkeit in Japan auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren. Die japanischen Firmen hielten sich mit Neueinstellungen zurück, auch wenn erste Anzeichen für eine Belebung des Exportgeschäfts zu erkennen sind, sagen Experten.

HB TOKIO. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai auf 5,2 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Dienstag mitteilte. Sowohl Dienstleister als auch Industrie bauten Stellen ab. Experten sehen darin eine Belastung für den Konsum, der spätestens in der zweiten Jahreshälfte zurückgehen dürfte. Damit erhalten auch Hoffnungen auf eine baldige Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft einen Dämpfer.

Die japanischen Firmen hielten sich mit Neueinstellungen zurück, auch wenn erste Anzeichen für eine Belebung des Exportgeschäfts zu erkennen sind. Auf neun Arbeitssuchende kamen nur noch vier offene Stellen - noch nie seit Beginn der entsprechenden Datenerhebung 1963 war es so schwer, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Analysten gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote über den bisherigen Nachkriegsrekord von 5,5 Prozent steigt. Zudem dürften zahlreiche Firmen ihre Bonuszahlungen im Sommer drastisch reduzieren, sagte Takeshi Minami, Chefvolkswirt Norinchukin Research. Der zu erwartende Rückgang des Privatkonsums dürfte zur Belastung für die gesamte Wirtschaft werden.

Im Mai steigerten die privaten Haushalte dagegen ihre Ausgaben noch um 0,3 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Das war das erste Plus auf Jahressicht seit 16 Monaten. Volkswirte warnten aber davor, diesen Zahlen eine zu hohe Bedeutung beizumessen und verwiesen auf Probleme bei der Datenerhebung. Wichtigster Grund für den Anstieg des Konsums waren staatliche Geldspritzen: So erhielt jeder Haushalt eine Einmalzahlung, zudem kurbelt die Regierung den Verkauf von energieeffizienten Geräten an, was zuletzt dem Fernseher-Absatz zugutekam.

Der Abschwung in Japans Industrie hat dagegen in den vergangenen Monaten an Tempo verloren. So stieg binnen Monatsfrist die Produktion zuletzt so stark wie seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex legte im Juni auf 48,2 Zähler zu, das war bereits der fünfte Anstieg in Folge. Die Teilindikatoren für Produktion und Exporte stiegen sogar erstmals seit 2008 über die Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Die Firmen profitieren dabei nach Einschätzung von Experten von den staatlichen Konjunkturprogrammen weltweit.

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