Arbeitsmarkt
Deutsche Firmen müssen höhere Löhne zahlen

Die Arbeitskosten in Deutschland sind merklich angestiegen. Zur Spitzengruppe gehört die Bundesrepublik allerdings nicht. Unterdessen ist in Portugal und Griechenland die Stunde Arbeit sogar billiger geworden.
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BerlinHöhere Löhne machen Arbeit in Deutschland teurer. Die Arbeitskosten je geleisteter Stunde legten im zweiten Quartal um 1,5 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das sei der vierthöchste Anstieg seit Beginn der Statistik im Jahr 1997. Die Kosten für die Bruttoverdienste nahmen um 1,8 Prozent zu. Die Lohnnebenkosten erhöhten sich dagegen nur um 0,5 Prozent. Die Statistiker erklärten das mit der sinkenden Zahl der Krankheitstage, die zu niedrigeren Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall führten.

2011 verteuerte sich eine Stunde Arbeit in Deutschland kalenderbereinigt um 3,0 Prozent. In der gesamten EU fiel der durchschnittliche Anstieg mit 2,6 Prozent etwas niedriger aus. Die höchsten Wachstumsraten gab es in Bulgarien (10,5 Prozent), Rumänien (7,1) und der Slowakei (5,5) auf. Dagegen sanken die Arbeitskosten in Portugal um 0,2 Prozent und in Griechenland sogar um 5,7 Prozent. "Hier machten sich somit die Folgen der wirtschaftlichen Krise bemerkbar", schrieben die Statistiker.

Im Schnitt kostet eine Stunde Arbeit in der deutschen Privatwirtschaft 30,10 Euro, in der EU 22,80 Euro und in der Euro-Zone 27,70 Euro. In Belgien (39,30 Euro), Schweden (39,10), Dänemark (38,90), Frankreich (34,20), Luxemburg (33,70), den Niederlanden (31,10) ist Arbeit teurer als in Deutschland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die nominalen Lohnstückkosten lagen 2011 in der BRD bei 5,34%, damit sind wir weit abgeschlagen die Letzten.
    Noch irgendwelche Fragen?

    "Die nominalen Lohnstückkosten reflektieren die Entwicklung der Arbeitsproduktivität aus dem realen BIP je Erwerbstätigen und errechnen sich aus den durchschnittlichen Arbeitnehmerentgelten je Arbeitnehmer im Verhältnis zur Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen (Personenkonzept)."

  • Prima. In den 90ern sind die Gehälter stark gestiegen, vor allem im Osten. Als Folge sind Jobs ins Ausland verlagert worden und die Arbeitslosigkeit ist gestiegen.

    In den 2000ern sind die Gehälter wegen der hohen Arbeitslosigkeit kaum gestiegen, Arbeitsplätze sind zurück verlagert worden oder neu entstanden, die Arbeitslosigkeit ist gesunken.

    Wegen der niedrigen Arbeitslosigkeit können Arbeitnehmer und Gewerkschaften jetzt wieder höhere Gehälter durchsetzen und das Spiel beginnt von Vorne.

    Wenn alles gut läuft steht uns also jetzt eine Dekade mit vernünftigen Gehaltserhöhungen bevor und hoffentlich setzt die Mäßigung so rechtzeitig ein dass wir nicht wieder bei fünf Millionen landen.

  • "Die Arbeitskosten in Deutschland sind merklich angestiegen. Zur Spitzengruppe gehört die Bundesrepublik allerdings nicht. Unterdessen ist in Portugal und Griechenland die Stunde Arbeit sogar billiger geworden."

    Ich hatte zu Ende der DM einen Bruttostundenlohn von 19,80 DM. Davon konnte ich verdammt gut leben. Seit Beginn des Euro lag mein Stundenlohn bei 10,03 Euro, heute liegt er bei 10,49 Euro. Und wenn ich dann die von der Uschi vorgelegten Zahlen sehe, höre ich am Besten gleich auf mit Arbeiten. Für mich lohnt es sich nicht, auch nicht, wenn man mir jetzt evtl. 5% mehr gibt

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