Arbeitsmarkt
Eine Trendwende, die keine ist

Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg verkündete am Mittwoch die April-Arbeitslosenzahlen - und demonstrativ Zuversicht: Zur Jahresmitte sei mit einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. Nur ein paar Wörter später räumt BA-Vorstand Heinreich Alt ein, dass eine Trendwende gar keine Trendwende ist.

HB NÜRNBERG. Alt sagte am Donnerstag bei der Vorstellung der Arbeitsmarktstatistik für April, zur Jahresmitte sei mit einer „Trendwende“ auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. „Wir sprechen von einer Trendwende, wenn die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt dreimal in Folge zurückgeht und wir bekommen noch zwei gute Monate“, so Alt. Er korrigierte er die Prognose für die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbslosen im Jahr 2006 auf 4,6 Millionen leicht nach unten. Zuvor hatte die BA einen Durchschnittswert von 4,6 bis 4,7 Millionen erwartet.

Später schränkte Alt jedoch ein, ein echter Beschäftigungsaufbau sei erst bei einem Wirtschaftswachstum von „um die 2 Prozent“ zu erwarten. Konkreter wurden die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, die am Donnerstag ihr Frühjahrsgutachten vorstellten: In diesem und im kommenden Jahr werde es auf dem Arbeitsmarkt keine „echte“ Trendwende geben, heißt es in dem Papier. Zwar werde sich die Lage dank des konjunkturellen Aufschwungs spürbar verbessern, „ein nennenswerter Rückgang der strukturell hohen Arbeitslosigkeit ist aber nicht zu erwarten“. Auch die Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass die Arbeitslosenzahl im Jahr 2006 durchschnittlich auf 4,58 Millionen zurückgeht. 2007 werden im Schnitt 4,44 Millionen erwartet.

Der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, hatte bei der Statistik-Vorstellung für April erklärt, die saisonübliche Frühjahrsbelebung habe sich positiv auf die Arbeitslosigkeit ausgewirkt. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen sei um 187000 auf 4,79 Millionen zurückgegangen. Die konjunkturellen Impulse reichten gegenwärtig aber noch nicht aus, um neue sozialversicherungspflichtige Jobs zu schaffen. Weise erklärte, grundsätzlich erkenne die BA jedoch einen „positiven Trend“ am deutschen Arbeitsmarkt. Er hob in diesem Zusammenhang hervor, dass das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot wieder steige.

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