Arbeitsmarkt
EU will Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit beschleunigen

Immer noch sind über fünf Millionen Jugendliche in der EU arbeitslos. Die EU-Kommission mahnt nun weitere Anstrengungen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit an. Die EU-Länder sollen wirksame Programme umsetzen.
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BerlinDie EU-Kommission sieht erste Erfolge im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa, mahnt aber weitere Anstrengungen an. „Der erste Schritt ist getan, indem man eine Stabilisierung erreicht hat“, sagte der Direktor für Beschäftigungspolitik bei der Kommission, Detlef Eckert, am Montag in Berlin. Aktuell sind immer noch deutlich über fünf Millionen Jugendliche in der EU arbeitslos - das entspricht einer Quote von 23,4 Prozent. Eckert drängte die EU-Länder, mit Hilfe der EU-Gelder in Höhe von gut sechs Milliarden Euro Programme umzusetzen, um die Jugendarbeitslosigkeit abzubauen. „Im Moment versuchen wir, den Turbo anzuwerfen“, sagte der EU-Beamte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die bisherigen Ergebnisse des Programms am Freitag kritisiert: „Das kann kein Mensch verstehen“, sagte sie nach dem EU-Gipfel in Brüssel mit Verweis darauf, dass von den sechs Milliarden Euro noch nichts ausgegeben worden sei. „Ich habe immer wieder gesagt, lasst uns die sechs Milliarden ausgeben, und dann schauen wir, wo wir noch mehr Geld zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit herbekommen.“ Dass dies nicht der Fall sei, beweise, dass die EU effizienter und schneller werden müsse.

Nach Ansicht von EU-Kommissionsmitarbeiter Eckert ist es am wichtigsten, dass die Hürden in den meisten Reformländern der EU gesenkt werden, damit Jugendliche am Arbeitsmarkt bessere Chancen erhalten. Eckert verwies auf den Kündigungsschutz, durch den vielerorts ältere Arbeitnehmer gegenüber Jugendlichen besonders geschützt werden, und auf eine engere Verzahnung von Schule, Ausbildung und Arbeitsmarkt.

Die EU hatte im April eine sogenannte Jugendgarantie beschlossen. Sie soll sicherstellen, dass Arbeitssuchende unter 25 Jahren in der EU innerhalb von vier Monaten einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz, einen hochwertigen Weiterbildungs- oder Arbeitsplatz erhalten. Flankiert wurde dies mit den Milliardenhilfen der EU, die in diesem und im nächsten Jahr in entsprechende Programme der Mitgliedsländer fließen sollen. Beantragt sind Eckert zufolge bislang zwölf solcher Programme von Ländern - acht weitere seien „in der Pipeline“. Deutschland gehört wegen seiner vergleichsweise niedrigen Jugendarbeitslosigkeitsquote nicht zu den anspruchsberechtigten Ländern. Spitzenreiter bei der Jugendarbeitslosigkeit sind in der EU derzeit Griechenland mit über 58 Prozent und Spanien mit knapp 55 Prozent. Deutschland lag Ende 2013 dagegen bei 7,7 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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