Arbeitsmarkt
US-Arbeitslosenquote auf 14-Jahres-Hoch

Die Finanz- und Konjunkturkrise hat den US-Arbeitsmarkt fest im Griff. Die Arbeitslosenquote stieg im Oktober alarmierend schnell von 6,1 auf 6,5 Prozent und erreichte damit ein 14-Jahres-Hoch, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte.

HB WASHINGTON. Der US-Arbeitsmarkt ist im Oktober kräftig eingebrochen. Die US-Unternehmen bauten deutlich mehr Stellen ab als erwartet. Zugleich revidierte das Arbeitsministerium am Freitag die Daten für die Vormonate kräftig nach oben. Im September fielen damit so viele Stellen weg wie seit sieben Jahren nicht mehr. Der Absturz des Arbeitsmarktes hat damit an Fahrt gewonnen und das Risiko einer tiefen Rezession nimmt zu. Experten sehen vorerst keine Besserung.

Im Oktober fielen 240 000 Jobs weg und damit ein Fünftel mehr als von Analysten erwartet. Noch stärker war jedoch der Stellenabbau im September - hier wurden 284 000 Arbeitsplätze gestrichen, mehr waren es zuletzt unmittelbar nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001. Insgesamt beläuft sich der Stellenabbau seit Jahresbeginn damit auf 1,2 Millionen, allein mehr als die Hälfte dieser Jobs wurden in den vergangenen drei Monaten gestrichen. Inzwischen liegt die Arbeitslosenquote bei 6,5 Prozent, das ist das höchste Niveau seit März 1994.

Nach Einschätzung von Experten steigert das die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen. "Wir sind in eine Phase gekommen, die sich durch Bedingungen wie in einer ernsthaften Rezession auszeichnet", sagte Richard DeKaser, Chefvolkswirt bei National City. "Leider werden wir in der Zukunft mehr davon bekommen." Damit steige der Druck auf die Politik, ein weiteres Konjunkturpaket aufzulegen. Postbank-Analyst Heinrich Bayer sieht eine höhere Chance für erneut sinkende Zinsen. "Allerdings ist der Spielraum für die Geldpolitik, die Wirtschaft durch Zinssenkungen zu stimulieren, angesichts des aktuellen US-Leitzinsniveaus von einem Prozent inzwischen sehr eingeschränkt."

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