Arbeitsmarkt
US-Jobmarkt erreicht „Stadium der Panik“

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auf den höchsten Stand seit mehr als 25 Jahren gestiegen. Die Quote erreichte 8,1 Prozent und ist damit so hoch wie seit Ende 1983 nicht mehr. US-Präsident Obama rief die Amerikaner zu Geduld auf. Experten sehen den Arbeitsmarkt schon in einem Stadium der Panik. Die europäischen Börsen reagierten zunächst positiv, schlossen dann aber erneut überwiegend mit Verlusten.

HB WASHINGTON. Im Vormonat hatte die Quote in der größten Volkswirtschaft der Welt noch bei 7,6 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt für Februar mit einer Quote von 7,9 Prozent gerechnet. Allein im Februar strichen die Unternehmen 651 000 Stellen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 648 000 erwartet.

Seit Beginn der Rezession fielen 4,4 Mio. Arbeitsplätze weg, mehr als die Hälfte davon allein in den vergangenen vier Monaten, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Im Februar wurden in den meisten Bereichen Arbeitsplätze gestrichen; lediglich bei Behörden, im Bildungswesen und im Gesundheitssektor wurden neue Stellen geschaffen. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen.

US-Präsident Barack Obama rief die Amerikaner angesichts der schweren Rezession zu Geduld und Verantwortungsbewusstsein auf. Die Arbeitsmarkt-Zahlen belegten die Dringlichkeit und Notwendigkeit des Konjunkturprogramms der Regierung, sagte Obama in der Polizeiakademie von Columbus (US-Bundesstaat Ohio). Dank der staatlichen Investitionen würden 3,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen oder gerettet werden können. Allerdings werde das Programm alleine "nicht die Wirtschaftslage wenden und alle Probleme lösen können".

Obama verteidigte vehement sein Rekord-Konjunkturprogramm in Höhe von 787 Milliarden Dollar (622 Mrd Euro), dass 95 Prozent der Amerikaner Steuererleichterungen bringen, die US-Infrastruktur modernisieren und die Wirtschaft wieder in Schwung bringen werde. Notwendig sei es aber auch, Geduld zu haben. Obama hatte mehrfach betont, dass es der US-Wirtschaft zunächst einmal schlechter gehen werde, bevor es wieder besser werden könne.

Auch die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, meinte, die Arbeitslosenzahlen demonstrierten die Richtigkeit der Konjunkturspritzen. "Nach Jahren des Missmanagements der Regierung von (George W.) Bush ist nun Hilfe auf dem Weg".

"Wir sind fast schon in einem Stadium der Panik", sagte der Wirtschaftsexperte Ethan Harris von dem Finanzinstitut Barclays Capital der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Viele Unternehmen passten jetzt ihre Mitarbeiterzahl der tiefen Rezession an. "Es gibt keinen Hinweis, dass der Tiefpunkt bereits erreicht wurde", sagte die Wirtschaftsexpertin Ellen Zentner (Bank of Tokyo UFJ)-Mitsubishi in New York.

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