Arbeitsmarkt
US-Unternehmen streichen massenhaft Jobs

Während Politiker in den USA erbittert um das Konjunkturprogramm ringen, unterstreichen die neuen US-Arbeitsmarktzahlen den Ernst der Lage: Die amerikanischen Unternehmen haben im Januar so viele Stellen gestrichen wie seit 34 Jahren nicht mehr. Insgesamt fielen laut US-Arbeitsministerium 598 000 Jobs weg.

HB WASHINGTON. Es handelt sich um den stärksten Stellenrückgang seit Dezember 1974. Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 525 000 erwartet. Die Arbeitslosenquote erreichte mit 7,6 Prozent das höchste Niveau seit mehr als 16 Jahren. Im Dezember waren es noch 7,2 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt für Januar mit einer Quote von 7,5 Prozent gerechnet. Damit hinterlässt die Finanz- und Wirtschaftskrise immer deutlichere Spuren am amerikanischen Arbeitsmarkt.

Die meisten Stellen fielen in der Industrie weg. Hier wurden 207 000 Jobs gestrichen. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt Ende 1982.

Darüber hinaus wurde der Beschäftigungsrückgang in den beiden Vormonaten Dezember und November um rund 66 000 Stellen größer als bislang ausgewiesen. Damit wurden in den vergangenen drei Monaten über 1,7 Millionen Stellen abgebaut.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen.

Die US-Stundenlöhne sind im Januar indes etwas stärker als erwartet gestiegen. Sie seien um 0,3 Prozent auf 18,46 US-Dollar je Stunde geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit habe auf dem Vormonatswert von 33,3 Stunden verharrt.

Eine Besserung der Lage am US-Arbeitsmarkt ist laut Experten auch in den kommenden Monaten nicht in Sicht. Eine Trendwende sei nicht vor dem dritten Quartal 2009 zu erwarten, hieß es bei der die Landesbank Hessen-Thüringen. Der Arbeitsmarkt sei in einer sehr schwachen Phase, die auch in den kommenden Monaten anhalten dürfte. Auch die Commerzbank geht davon aus, dass der Beschäftigungsabbau in den USA in den nächsten Monaten anhalten wird. Erst im kommenden Jahr sei mit einer Stabilisierung zu rechnen. „Das neue Jahr startet so wie das alte endete: Mit einem weiteren furchtbaren Arbeitsmarktbericht“, heißt es bei der Unicredit. Die Analysten werden die aktuellen Daten als Zeichen dafür, wie hart der US-Markt von der Finanz- und Wirtschaftskrise erfasst wurde.

Seite 1:

US-Unternehmen streichen massenhaft Jobs

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%