Arbeitsmarkt
Weniger Arbeitslose als erwartet

Zu hoch geschätzt: Was sonst oft keine gute Nachricht ist, dürfte im Falle der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf positive Resonanz stoßen. Der Arbeitsmarkt entwickle sich in diesem Jahr besser als angenommen, heißt es aus dem Hause.

HB BERLIN. BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte in einem Interview für "Spiegel-Online", im Jahresdurchschnitt werde es weniger Arbeitlose geben als erwartet: "Aktuell liegt die Prognose bei 3,43 Millionen - und selbst die werden wir unterschreiten."

Erneut ließ der BA-Chef Vorbehalte gegen die von Union und SPD in Aussicht genommene Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung erkennen. Der Beitrag sei von 6,5 auf 3,3 Prozent gesunken. "Jetzt würde ich meine Mittel gern für meinen eigentlichen Auftrag ausgeben", sagte Weise. "Es gibt noch immer über drei Millionen Erwerbslose - und zwei Drittel sind langzeitarbeitslos. Sie in Arbeit zu bringen ist besonders schwer."

Rechnerisch sei ein Beitragssatz von 3,0 Prozent möglich. "Allerdings bleibt dann keine Risikoreserve", sagte Weise. "Entwickelt sich die Konjunktur schlechter als gedacht, müsste man die Beiträge wieder hochschrauben."

Die BA hat in den vergangenen beiden Jahren Rücklagen in Milliardenhöhe angehäuft, weil es deutlich weniger Arbeitslose gab als erwartet. In das laufende Jahr startete die Behörde mit Reserven in Höhe von 17,9 Milliarden Euro.

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