Arbeitsmarktzahlen November
Herbst-Sensation aus Nürnberg

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist erstmals seit vier Jahren wieder unter die psychologisch wichtige Marke von vier Millionen gefallen. Der Grund: die stablie Konjunktur und das milde Wetter. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) Frank-Jürgen Weise rechnet 2006 nun mit einem Milliarden-Überschuss.

HB NÜRNBERG. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zählte im November 3,995 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. Das sind 89 000 weniger als im Oktober und 536 000 weniger als vor einem Jahr. Die Quote sank auf 9,6 von 9,8 Prozent. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering sprach am Donnerstag in Berlin von einem ungewöhnlich guten Ergebnis.

Der BA zufolge hatten die stabile Konjunktur und das milde Wetter die Herbstbelebung verlängert. Experten werteten den Rückgang als Sensation, im kommenden Jahr werde die Erholung weitergehen. Die treibende Kraft hinter der Entspannung am Arbeitsmarkt ist das stärkste Wirtschaftswachstum in Deutschland seit Beginn des Jahrzehnts.

„Das Schlimmste liegt wirklich hinter uns“, kommentierte Ulrike Kastens vom Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim die Zahlen. „Es deutet alles darauf hin, dass die Unternehmen erst angefangen haben, Arbeitsplätze zu schaffen und dass dieser Trend in den nächsten Monaten anhalten wird.“

„Der Arbeitsmarkt läuft auf Hochtouren.“

Andreas Rees von Unicredit ergänzte: „Der Arbeitsmarkt läuft auf Hochtouren.“ Saisonüblich wäre ein Plus von 40 000 gewesen: „Die Erholung wird im ersten Halbjahr 2007 ungebremst weiter gehen.“ Er rechne in dem Zeitraum mit 400 000 neuen Jobs. In einem November hatte die Arbeitslosigkeit zuletzt 2001 unter vier Millionen gelegen. Der letzte echte November-Rückgang liegt zwölf Jahre zurück. Vor einem Jahr war die Zahl zwar auch gefallen, was aber vor allem statistische Ursachen hatte.

BA-Chef Weise zufolge werden zurzeit vor allem von unternehmensnahen Dienstleistern neue Stellen aufgebaut. Dabei steige die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung seit einem halben Jahr an. Im September, aus dem die aktuellsten Daten stammen, habe sie 317 000 über dem Vorjahr gelegen. „Die Nachfrage der Unternehmen ist ungebrochen“, unterstrich Weise. Auch unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen sank die Arbeitslosigkeit, und zwar um 86 000 auf 4,245 Millionen. Experten hatten hier nur ein Minus von 30 000 erwartet.

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