Asmussen soll Nachfolger werden EZB-Chefvolkswirt Stark tritt zurück

Jürgen Stark gibt auf - offiziell aus "persönlichen Gründen". Tatsächlich dürfte der Streit um den richtigen Weg zur Eurorettung ausschlaggebend sein. Jetzt soll Finanzstaatssekretär Asmussen retten, was zu retten ist.
Update: 09.09.2011 - 16:53 Uhr 93 Kommentare

Frankfurt/BerlinDie Schuldenkrise wird binnen weniger Monate für den zweiten deutschen Top-Notenbanker zum Stolperstein. EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark tritt noch in diesem Jahr zurück. Das bestätigte die Europäische Zentralbank am Freitag Nachmittag. Bereits im Februar war der damalige Bundesbank-Chef Axel Weber zurückgetreten.

Nach Handelsblatt-Informationen ist Grund für Starks Abgang ein Zerwürfnis über die vor allem in Deutschland umstrittenen Staatsanleihenkäufe der EZB.

Starks Nachfolger im sechsköpfigen EZB-Direktorium soll Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen werden, wie mit den Überlegungen vertraute Personen sagten. Nach Handelsblatt-Informationen hatte Asmussen kürzlich ein Angebot aus der Finanzindustrie erhalten, das er auch annehmen wollte. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble habe jedoch Asmussen gebeten, weiter für die Regierung zur Verfügung zu stehen. Nun ist jedoch offen, ob Schäuble nun Asmussen für das EZB-Amt nominieren will.

Auf jeden Fall soll der Posten erneut mit einem Deutschen besetzt werden, da die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone sonst in dem Gremium nicht mehr vertreten wäre. Die EZB teilte mit, Stark werde so lange im Amt bleiben, bis der Nachfolger feststehe. Das solle bis zum Ende des Jahres klar sein.

Stark gehört seit Monaten zu den heftigsten Kritikern der Staatsanleihenkäufe, mit denen die EZB seit Mai 2010 Problemländer wie Griechenland stützt. Die Amtszeit des 63-Jährigen wäre normalerweise erst Ende Mai 2014 zu Ende. Der Euro fiel nach der Reuters-Meldung auf ein neues Sechs-Monats-Tief. Auch der Dax und der Dow-Jones-Index an der Wall Street sackten ab.

Offiziell nannte die persönliche Gründe für Starks Ausscheiden.Der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet würdigte Starks Engagement für die Währungsunion in den vergangenen Jahren. Insbesondere in seiner Zeit im Direktorium seit 2006 habe er sich „mit ganzem Herzen“ für den Euro stark gemacht.

Die EZB und die Euro-Zone trifft der Rückzug des promovierten Ökonomen Stark in einer sehr labilen Phase. Ende Oktober muss Präsident Trichet nach acht Jahren an der Spitze der Zentralbank turnusmäßig gehen. Nachfolger des Franzosen wird der Italiener Mario Draghi. Der aktuelle Chef der Banca d'Italia ist vor allem in Deutschland umstritten, lange Zeit galt zudem Weber als Favorit für die Trichet-Nachfolge. Draghi, der sich am Freitag beim G7-Finanzminister- und Notenbankertreffen in Marseille aufhielt, wollte sich zunächst nicht zum Rückzug Starks äußern.

Ein Falke geht, eine Taube soll nachfolgen
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93 Kommentare zu "Asmussen soll Nachfolger werden: EZB-Chefvolkswirt Stark tritt zurück"

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  • @ Rapid,

    wenn ich Sie richtig verstehe, es würden dann zwei EU und zwei Währungsunionen geben.
    Eine Armen-EU und eine Reichen-EU und wenn ein Land seine wirtschaftliche Lage ändert hüpft es von der einen in die andere EU. Genauso mit der Währungsunion, man würde von der eine in die andere immer Rum-hüpfen können?
    Oder wäre man für immer dazu verdammt immer zur Reichen-EU oder Armen-EU zu gehören?
    Und wo sollte der Sitz der zweite EU und der Sitz der zweiten EZB sein?
    Und wer bestimmt wer zu welcher gehört? Wäre die Mitgliedschaft auf freiwilliger Basis oder zwangsweise und Deutschland bestimmt?

  • @Bürger: Solche Möchtegerndemagogen, die noch nicht mal ihr verleumderisches PR-Handwerk gelernt haben, am besten ignorieren, die erledigen sich durch ihren Stuss doch selbst.

  • Wie gesagt: Ihr wollt nur unser Bestes, aber wir werden es Euch nicht geben und erst recht nicht auch noch unsere gesamte Finanzhoheit ans Ausland und an demokratisch in keinster Weise legitimierte und kontrollierte Monsterbürokraten abgeben. Was dann passiert, zeigen ja die Entwicklung der EZB und der skandalöse ESM-Vertrag, Kurzinfo für die echten Leser: mit weiterführendem Link etwa hier: http://www.welt.de/politik/deutschland/article13588084/Video-enthuellt-verborgene-Ziele-der-Euro-Rettung.html, oder unter Stichwort ESM im Web suchen. Sollte jeder Deutsche gelesen haben, sehr aufschlussreich. Es ist ein Skandal, wie hier Europa und der Friede zwischen den Völkern durch finanzielle und machtpolitische Kurzfristinteressen zerschlagen werden - von inkompetenten Ideologen, die nie in ihrem Leben wirklich gearbeitet und sich in der wirtschaftlichen Realität bewährt haben wie dem linken Sozialwissenschaftler Trittin, dem Sozialpädagogen Özdemir, der Germanistin Nahles und wie sie alle heißen ganz zu schweigen. Aber der Widerstand wächst, darauf können Sie sich verlassen, und er beginnt, sich schneller zu organisieren, als Sie das für möglich halten.

  • Na ja, Herr Asmussen ist SPD-Mitglied. Die Elite der Genossen weiß eben wie es geht.In der EZB wird er einen geschmeidigen windelweiche Kurs fahren mit der bekannten Verscheierungstaktik durch die er sich seit jeher ausgezeichnet hat und die auch ein Herr Schäuble zu schätzen gelernt hat. Im Hintergrund die "graue Eminenz" zu spielen ist eine Rolle, die am besten zu ihm passt und die er ausgezeichnet auszufüllen versteht.

  • Wie gesagt: Ihr wollt nur unser Bestes, aber wir werden es Euch nicht geben und erst recht nicht auch noch unsere gesamte Finanzhoheit ans Ausland und an demokratisch in keinster Weise legetimierte und kontrollierte Monsterbürokraten abgeben. Was dann passiert, zeigen ja die Entwicklung der EZB und der skandalöse ESM-Vertrag, Kurzinfo für die echten Leser mit weiterführendem Link etwa hier: http://www.welt.de/politik/deutschland/article13588084/Video-enthuellt-verborgene-Ziele-der-Euro-Rettung.html, oder ESM im Web suchen. Sollte jeder Deutsche gelesen haben, sehr aufschlussreich. Es ist ein Skandal, wie hier Europa und der Friede zwischen den Völkern durch finanzielle und machtpolitische Kurzfristinteressen zerschlagen wird - von inkompetenten Ideologen, die nie in ihrem Leben wirklich gearbeitet und sich in der wirtschaftlichen Realität bewährt haben wie dem linken Sozialwissenschaftler Trittin, dem Sozialpädagogen Özdemir, der Germanistin Nahles und wie sie alle heißen ganz zu schweigen. Aber der Widerstand wächst, darauf können Sie sich verlassen, und er beginnt, sich schneller zu organisieren, als Sie das für möglich halten.

  • Jeder Tag, den wir warten und die inkompetenten und/oder korrupten Gestalten weiterwursteln lassen, kostet dank Zinseszineffekt unglaublich viel Geld, mit dem wir luxuriöstete Altenheime, Kinderhorte, Schulungszentren, von Konzerninteressen unabhängige Eliteuniversitäten usw. bauen könnten. Nein, wer auf der Titanic wartet, ersäuft.

  • Haben Sie jetzt den Job des Sndmännchens übernommen?
    Abgeordnetenwatch: eine Art Steigerung von Mentalproletentum?
    Wenn Sie Fragen an Ihre Abgeordenten haben, schreiben Sie doch besser direkt an Ihre abgeordneten, statt sich über diese abgewichste (sry) Plattform (platt - echt platt) demokratisch bemerkbar machen zu wollen als Demokrat in einem demokratisch verfaßten Gemeinwesen.
    sry.

  • @Machiavelli
    Der Nord-und der Süd-Euro werden kommen weil es vernünftig ist. Die Länder des Süd-Euro können abwerten, was ihre Wettbewerbsfähigkeit stärkt, die Länder des Nord-Euro ihre Stabilitätspolitik fortsetzen. Ich nehmen an auch Sie sind dafür , dass die Waren der "Nord-Länder" verteuert werden müssen, und die Waren der "Süd-Länder" preiswerter werden. Nur so kann Konvergenz hergestellt werden. Über den Markt, nicht über Transfers.Die Deutschen wollen keine weiche Währung, sie haben äußerst schlechte Erfahrungen damit gemacht. Das müssen auch Sie respektieren, wenn Sie ein guter Europäer sein wollen.

  • Liebe Mitbürger,

    bitte nutzen sie Portale wie "abgeordnetenwatch" und befragen Sie Ihre Vertreter im Bundestag, ob sie einer Erweiterung des EURO-Rettungsschirms Ende September zustimmen werden. Wenn nötig, schreiben sie Leserbriefe in Lokalzeitungen und veröffentlichen Sie die abgegebene Stimme ihres Vertreters. Die Basis - also das Volk - ist jetzt gefragt.

    Viele Grüße,
    HerrEiche

  • @Machiavelli

    Das hat Machiavelli in seinen Texten, zb. Il Principe durchaus eleganter formuliert - okay: Formfragen, indes auch die Form bestimmt den Inhalt - wie mich machiavelli gelehrt hat.

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