Auch Bau erholt sich
Produktion überrascht mit Zuwachs

Nach den Auftragseingängen bei der deutschen Industrie hat sich auch die Produktion im Februar unerwartet positiv entwickelt. Dabei hatten Bankvolkswirte nicht mit einem Anstieg, sondern einem Rückgang im Monatsvergleich gerechnet.

ari DÜSSELDORF. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, erzeugte das produzierende Gewerbe einschließlich Bau saisonbereinigt 0,9 Prozent mehr als im Januar. Bankvolkswirte hatten dagegen einen Rückgang erwartet. Allerdings wurde der Anstieg im Januar gegenüber dem Vormonat deutlich von 1,9 auf 0,9 Prozent nach unten korrigiert. Gleichzeitig wurden aber die Produktionswerte für das vierte Quartal nach oben korrigiert. Die Entwicklung in der Industrie ist damit seit einigen Monaten dynamischer als von Bankökonomen und Instituten bislang eingeschätzt.

Das verarbeitende Gewerbe weitete seine Produktion im Februar um 0,8 Prozent aus nach einem Plus von einem Prozent im Januar. Sie liegt damit kalenderbereinigt acht Prozent über Vorjahresniveau und dürfte angesichts der steigenden Nachfrage weiter zunehmen. Auch die Bauproduktion legte zu. Allerdings verlangsamte sich der Anstieg von 4,2 Prozent im Januar auf 0,9 Prozent im Februar.

Der jahrelang krisengeschüttelte Bau spürt nach den Vorzieheffekten wegen der Mehrwertsteuererhöhung in diesem Jahr einerseits eine Belebung durch Erweiterungsinvestitionen der Wirtschaft, durch die staatliche Förderung energieeinsparender Wohnungsbauinvestitionen und durch höhere Investitionen der öffentlichen Hände in Folge der sprudelnden Steuereinnahmen. Andererseits ist er in diesem Winter durch eine sehr milde Witterung begünstigt worden. Nach den Zahlen der amtlichen Statistik übertrifft die Bauleistung ihr Vorjahresniveau in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um stattliche 33 Prozent.

Innerhalb der Industrie stieg die Produktion von Gebrauchsgütern mit 1,4 Prozent gegenüber Februar zwar am stärksten, dabei ist aber zu berücksichtigen, dass sie nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn um 2,2 Prozent eingebrochen war. Die Produktion von Investitionsgütern legte zuletzt um 1,1 Prozent zu, sie war aber schon im Januar nach einem Minus im Dezember deutlich um 3,6 Prozent geklettert. Die Herstellung von Vorprodukten nahm in beiden Monaten um jeweils 0,7 Prozent zu. Verbrauchsgüter, wozu auch Nahrungsmittel gehören, stiegen im Februar lediglich um 0,2 Prozent und waren im Januar um 3,3 Prozent gesunken.

Mit den Februar-Zahlen zeichnet sich ein erneuter Produktionszuwachs im ersten Quartal ab. Einschließlich Bau und Energie liegt die Erzeugung des produzierenden Gewerbes im Durchschnitt der ersten beiden Monate dieses Jahres zwei Prozent höher als im Durchschnitt des vierten Quartals, in dem sie um revidiert 1,2 Prozent gestiegen war. Damit würde das produzierende Gewerbe ununterbrochen seit Anfang 2005 und damit das neunte Quartal in Folge wachsen. Im Bauhauptgewerbe liegt die Produktion im Januar und Februar um 5,8 Prozent über dem durchschnittlichen Monatswert im vierten Quartal, in der Industrie sind es 2,1 Prozent nach 1,5 Prozent Zuwachs Ende 2006. Dabei fällt der Anstieg bei Investitionsgütern mit vier Prozent überaus kräftig aus. Lediglich Verbrauchsgüter sind im Quartalsvergleich bisher im Minus.

Das Bundeswirtschaftsministerium, aber auch die meisten Bankvolkswirte rechnen damit, dass sich die Industrieproduktion in den nächsten Monaten weiter zunimmt. Sie begründen dies mit der guten Stimmung und der im Februar deutlich gestiegenen Nachfrage.

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