Auch beim Inlandsabsatz ist Besserung in Sicht
Bundesbank sieht Zeichen der Erholung

Nach Einschätzung der Bundesbank wird die Industriekonjunktur in Deutschland getragen von der Auslandsnachfrage in den nächsten Monaten weiter anziehen. Produktion und Auftragseingang im April deuteten auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung im industriellen Bereich hin, hieß es im am Montag veröffentlichten Bundesbank-Monatsbericht für Juni.

HB BERLIN. Gleichwohl sei bei den April-Daten zur Produktion im Produzierenden Gewerbe noch „mit einer kräftigen Korrektur nach unten zu rechnen“. Positiv vermerkte die Bundesbank, dass die Nachfrage nach deutschen Industriegütern zum Frühjahrsbeginn expandierte. Nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums ist der Euro kein Bremsklotz mehr für die deutsche Exportwirtschaft.

Nach revidierten Daten der Bundesbank vom Freitag hatte die Industrie im April 1,9 % mehr Bestellungen verbucht als noch im März. Die Produktion hatte nach vorläufigen Angaben um 2,2 % zugelegt; die Bundesbank revidiert diese Daten jedoch in dieser Woche. Insbesondere die Hersteller von Investitionsgütern hätten ihre Produktion erhöht, doch auch im Bereich der Konsumgüter seien die Aktivitäten verstärkt worden. Folge man den Umsätzen, hätten im April weiterhin die Exportlieferungen der Industrie im Vordergrund gestanden. „Der Absatz an inländische Kunden ist aber ebenfalls etwas ausgeweitet worden“, hieß es weiter.

Der zum Dollar stark aufgewertete Euro muss den Exporteuren nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums keine großen Sorgen mehr machen. „Offenbar sind die dämpfenden Effekte der Euro-Aufwertung inzwischen ausgelaufen“, hieß es im Monatsbericht des Ministeriums. Der Euro war erst Mitte Februar auf seinen höchsten Stand von knapp 1,30 Dollar gestiegen, als er rund 20 % mehr kostete als ein Jahr zuvor.

Als ungünstig bezeichneten Bundesbank und Finanzministerium die Lage der Bauwirtschaft. Deren Produktion habe sich im April zwar saisonbereinigt leicht erhöht. „Das Niveau der Erzeugung ist aber selbst bei Einrechnung einer positiven Korrektur, die mit der Totalerhebung zu erwarten ist, noch immer sehr gering“, schreiben die Volkswirte der Bundesbank. Gegenüber dem schwachen Vorjahr ergebe sich nach gegenwärtigem Stand ein Rückgang von nahezu einem Zehntel. Auch für den Arbeitsmarkt machten die Bundesbank-Experten keinen Lichtblick aus. Der Mai-Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um 50 000 zum Vorjahr ergebe sich ausschließlich aus Änderungen an der Statistik, schrieben die Bundesbanker. Rechne man diese auch aus den Angaben für das Vorjahr heraus, sei die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um fast 30 000 gestiegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%