Auch britische Notenbank bestätigt Zinssatz
EZB lässt Leitzins erwartungsgemäß unverändert

Trotz der stark gestiegenen Inflationsrate lässt die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen unverändert auf dem historisch niedrigen Niveau von 2,0 %. Das entschied der Zentralbankrat am Donnerstag in Athen. Die meisten Volkswirte hatten diese Entscheidung erwartet. EZB-Präsident Trichet warnte aber zugleich vor wachsenden Inflationsgefahren im Euro-Raum.

HB ATHEN. „Wir kündigen keine Zinserhöhung an - aber es ist hohe Wachsamkeit erforderlich, weil die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität jetzt genau vor uns sind“, sagte Trichet am Donnerstag nach der EZB-Ratssitzung in Athen. Die EZB halte das Zinsniveau noch für angemessen, ergänzte Trichet und wies ausdrücklich auf das Wort „noch“ hin. Wenn es die Notwendigkeit für einen Zinsschritt gebe, werde die EZB handeln. Dies müssten die Finanzmärkte wissen. Die Zentralbank werde nicht zulassen, dass es wegen des hohen Ölpreises zu Zweitrundeneffekten komme.

Erst bei der vergangenen Ratssitzung hatte die EZB sich etwas besorgter über die Gefahren für die Preisstabilität geäußert und sich zu „besonderer“ Wachsamkeit verpflichtet, nachdem zuvor länger von „ständiger“ Wachsamkeit die Rede war.

An den Finanzmärkten war angesichts des hohen Ölpreises, verbesserter Konjunkturdaten und des starken Geldmengenwachstums bereits mit deutlich stärkeren Inflations-Warnungen der EZB gerechnet worden. Die EZB könne nicht mit steigenden Zinsen gegensteuern, weil die Erholung der Wirtschaft weiter auf sich warten lasse, kommentierten Analysten die Entscheidung. Die hohen Ölpreise belasten die sich abzeichnende Belebung der Konjunktur. Niedrige Zinsen machen Kredite günstig und sollen den wirtschaftlichen Aufschwung unterstützen.

Die EZB ließ den Leitzins wie erwartet unverändert auf dem historischen Tiefstand, wo er sich seit mehr als zwei Jahren befindet. Die meisten Volkswirte rechneten bisher mit einer Zinserhöhung erst Mitte kommenden Jahres, falls sich das Wirtschaftswachstum bis dahin wie erwartet stabilisiert. Trichet sagte, eine Verfestigung der Konjunktur sei noch immer unsicher. Doch wenn es dazu komme, änderten sich dadurch ebenfalls die Aussichten für die Preisstabilität.

Auch die britische Notenbank ließ am Donnerstag ihren Leitzins wie erwartet unverändert bei 4,50 %. Das teilte die Bank of England in London mit. Der geldpolitische Ausschuss der Notenbank hatte im August nur mit einer denkbar knappen Mehrheit für die erste Zinssenkung seit über zwei Jahren gestimmt.

Die Zentralbank ließ auch den Zinskorridor für den Geldmarkt unverändert. Die Sätze dafür betragen weiter 1,00 % für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB und 3,00 % für Übernachtkredite.

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