Auch Bruttonlageinvestitionen entwickelten sich negativ
Privater Konsum im ersten Quartal rückläufig

Die deutsche Wirtschaft wäre ohne den kräftigen Schub vom Export zu Jahresanfang geschrumpft. Die heimischen Investitionen kamen nur etwas in Gang, der private Konsum ging sogar zurück.

HB BERLIN. „Während die Exporte kräftig zulegten (plus 2,9 %), gingen die Importe zurück (minus 1,4 %), so dass der Exportüberschuss ein deutliches Plus aufwies“, erklärte das Statistische Bundesamt am Dienstag. Ohne den Schub vom Außenhandel hätte die Wirtschaft im ersten Vierteljahr nicht - wie bereits vor etwa zwei Wochen gemeldet - mit 1,0 % zum Vorquartal das höchste Wachstum seit vier Jahren verzeichnet, sondern wäre um rund 0,6 % geschrumpft.

Die privaten Konsumausgaben und die Bruttoanlageinvestitionen schlugen im Gegensatz zum Export negativ zu Buche. „Der Motor läuft nur auf einem Zylinder, dem Außenhandel, aber das ist besser als gar nichts“, kommentierte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg.

Lediglich die gestiegenen Ausrüstungsinvestitionen (plus 0,9 %) und in sonstige Anlagen (plus 0,9 %) verhinderten dem Statistikamt zufolge einen noch stärkeren Rückgang der Binnenkonjunktur. Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim bezeichnete dieses Plus als Hoffnungsschimmer: „Aber im Vergleich zur Vergangenheit ist das immer noch sehr, sehr wenig. Sicherlich sind die Unternehmer zur Zeit auch über die weitere Entwicklung der Reformen verunsichert.“

Insgesamt gingen die Investitionen jedoch um 1,7 % zurück, weil der kalte Winter am Bau zu einem Minus von fast vier Prozent führte. Viele Bauherren dürften jedoch die Ausfälle im Frühjahr nachholen. Niklasch hofft, dass dieser Effekt die allseits erwartete Wachstumsabschwächung im Frühjahr etwas in Grenzen halten wird: „Wenn sich da eine Umkehr abzeichnet, wird es vielleicht im zweiten Quartal nicht so weit nach unten gehen.“Kastens wollte dagegen sogar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung nicht ausschließen. Im Gesamtjahr rechnen die meisten Experten lediglich mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um rund ein Prozent.

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