Auch Deutschland stürzt ab Euro-Wirtschaft rutscht tiefer in die Rezession

Die Konjunktur im Euro-Raum ist zum Jahresende eingebrochen. Das BIP schrumpfte im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Unter Europas Schwäche leidet die deutsche Wirtschaft spürbar.
Update: 14.02.2013 - 11:31 Uhr 28 Kommentare
Trüb endete das Jahr für Europas Wirtschaft. Quelle: dpa

Trüb endete das Jahr für Europas Wirtschaft.

(Foto: dpa)

LuxemburgDie Wirtschaft des Euroraums ist zum Jahresende noch tiefer in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mit.

Seit fast einem Jahr kämpfen die 17 Euro-Länder daher schon mit der Rezession. Zu Jahresbeginn 2012 hatte die Wirtschaft noch stagniert. Im zweiten Vierteljahr war die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent und im dritten Quartal um 0,1 Prozent gesunken. Ökonomen sprechen von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal zweimal in Folge sinkt.

Spürbar ist die Flaute mittlerweile auch in der deutschen Wirtschaft, der er bislang ziemlich erfolgreich gelungen war, sich von der europaweiten Krise abzukoppeln. Im Schlussquartal 2012 sank das deutsche Bruttoinlandsprodukt jedoch um 0,6 Prozent gegenüber den drei Vormonaten. Für den Einbruch fiel damit stärker als erwartet. Dafür verantwortlich sind vor allem sinkende Exporte. Außerdem investierten die Unternehmen „deutlich weniger“ in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen.

Frankreich als Nummer zwei der Euro-Zone schlug sich diesmal besser, wenn auch nicht gut: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte mit 0,3 Prozent nur halb so stark. Im dritten Quartal war das BIP noch um 0,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung ebenfalls um 0,3 Prozent.

„Der Vergleich mit Frankreich ist typisch. Wenn es in der Euro-Zone gut geht, ist Deutschland meist besser als Frankreich, wenn es in der Euro-Zone schlechter geht, läuft es bei Frankreichs Wirtschaft besser als bei der deutschen. Deutschland ist hier zyklischer“, sagt Christian Schulz, Ökonom von der Berenberg-Bank, in einer ersten Einschätzung.

Italiens Wirtschaft kann sich derzeit nicht aus der Rezession befreien und ist Ende 2012 noch stärker geschrumpft als befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Oktober und Dezember um 0,9 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte.

Ende des Monats stehen die Parlamentswahlen in Italien an. Die Wirtschaftskrise dürfte die Chancen von Regierungschef Mario Monti weiter eintrüben. Zuletzt hatte das Mitte-Rechts-Bündnis des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi aufgeholt und an den Finanzmärkten die Sorge ausgelöst, eine künftige Regierung könnte die Reformen schleifen lassen.

Einen Rückschlag musste Österreichs zum Jahresende 2012 hinnehmen – dessen Wirtschaft ist erstmals seit nahezu drei Jahren geschrumpft. Im Quartalsvergleich sank das BIP im vierten Quartal um 0,2 Prozent, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo in Wien mitteilte. Es war das erste Minus seit dem ersten Quartal 2010. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Wirtschaftsleistung leicht um 0,4 Prozent, nach 0,6 Prozent im dritten Quartal.

Das aktuelle BIP: Interview mit Chefvolkswirtin der Helaba

  • dpa
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28 Kommentare zu "Auch Deutschland stürzt ab: Euro-Wirtschaft rutscht tiefer in die Rezession"

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  • Von allen industrialisierten Laendern in der Welt schneidet die EU am schlechtesten ab durch das Kopieren der USCowboyEkonomie,die 1. Krise 2008 mit $1300 Miliarden Schaden,viele sinnlose,teuere Kriege+Sanktionen aufgezwungen ueber die Nato,nur die Iransanktionen kosten $150 Miliarden/Jahr,Eurokrisis durch die unterlassene Kontrolle von den weichen suedeuropaeischen Laendern,wansinnige durch Gewinnbeteiligung angetriebene Spitzengehaelter i/d (Banken)Spekulation-Wirtschaft,Spekulationen in Rohstoffen+Nahrungsmitteln der US kosten der EU jaehrlich 100ten Miliarden $ waehrend China die Produkte direct vom Produzent kauft,Jaehrlich wird die EU von US+Israel gezwungen die Rechnung fuer Palestina zu bezahlen weil die Laender keine Loesung wollen.Demokratisierung vom NahOst was eine historische Chance fuer EU fuer mehr Handel+Freundschaft bedeutet,kann nicht wahrgenommen werden durch die Verbindung mit US+Israel

  • Mein Mitgefühl an Frank Meyer: wegen jener offenkundig etwas gehirngewaschenen Interviewpartnerin, die sich bar jeglicher realwirtschaftlicher Fakten der Mikrophon-Normativität hingeben musste...mit reichlich überschaubarer Überzeugungskraft...! Leider spielen sich die so oft zu Protokoll gegebenen (real-) wirtschaftlichen Wahrnehmungen in zunehmendem Maße in einem Raum ab, der eigentlich Astronauten und Astrophysikern vorbehalten sein sollte...aber nun denn, wenn's der unterstützenden Psychologie dient...^^

  • Wer hätte es je bezweifelt?
    Es wird sich auch nichts ändern, solange an einer
    europäischen, wertevernichtenden Gemeinschaftswährung
    festgehalten wird.

  • Es gibt 2012 keine Rezession in der BRD; das reale BIP ist gegenüber 2011 insgesamt um 0,6 % gewachsen - also lassen Sie bitte solche Aussagen sein, wertes HB.

  • Die System-Schreiber gehn um!!Für die, die endlich Aufwachen wollen empfehle ich : Alles Schall und Rauch, Das Gelbe Forum,Exildeutsch,Der Honigman sagt, Terragermania.Einfach mal Googeln.

  • Die kleinen Nationalstaaten können im internationalen Wettbewerb, in der globalisierten
    Weltwirtschaft nicht bestehen. Nur in der Gemeinschaft - heißt es. Und jetzt kann also
    diese Gemeinschaft EU, verschuldet bis über beide Ohren, die sich in andauernder Solidarität üben muß, die die Schwachen mitschleppt, sich gegenseitig nicht traut, und deshalb immer neue Regeln aufstellen muß, mit einer Wirtschaft, die nicht wächst, sondern tief in der Rezession steckt, diese Gemeinschaft kann also im internationalen Wettbewerb bestehen. Soweit hätte es Deutschland mit Sicherheit alleine auch gebracht.


  • 'hagadi' sagt
    -----------------
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt und dem EURO immer noch die Schuld für die europäische Wirtschaftsmisere anlastet.
    -----------------

    Wem lasten Sie die britische, japanische und amerikanische Wirtschaftsmisere an?

    Auch dem Euro?

    Sie Schelm!

  • Ein Schelm wer Böses dabei denkt und dem EURO immer noch die Schuld für die europäische Wirtschaftsmisere anlastet.
    Leider aber sprechen die Tatsachen für sich selbst. Nur schade, daß die politisch Verantwortlichen in Europa immer noch blinde Kuh spielen.

  • Aus welchem Teil der Erde kommen die Auftragseingänge? Damit ich weiß wo ich investieren muss. Ich nehme mal an die Aufträge kommen nicht aus der Eurozone!

  • 'Schlaumeier' sagt
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    Man muss kein Experte sein um zu erkennen:
    - ohne neue Schulden kein Wachtum
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    Vollkommen verkehrt.

    Wachstum ist eine Funktion von Produktivitätsfortschritt und Bevölkerungswachstum.

    Die Finanzierung des Wachstums ist dabei nicht entscheidend.

    Schulden sind OK solange sie nachhaltig tragbar sind.

    Nachhaltig untragbare Schulden finanzieren aber kein nachhaltiges Wachstum, sondern nur Blasen.

    Deshalb ist die Einhaltung der Maastricht-Kriterien für die Staatsverschuldung wichtig.

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