Auch die Euro-Zone wächst
Wachstum deutscher Dienstleister legt kräftig zu

So kräftig wie seit einem Jahr nicht mehr sind die Geschäfte der deutschen Dienstleitser im Juli gewchsen. Auch in der Euro-Zone beschleunigte sich das Wachstum der Service-Unternehmen.

HB BERLIN. Der NTC-Service-Index für Deutschland stieg auf 53,8 von 52,3 Punkten, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Mittwoch mitteilte. Der Index für das Währungsgebiet stieg auf 53,5 von 53,1 Punkten. Damit signalisierte der Index ein deutliches Wachstum der Dienstleistungsbranche, zu der etwa Banken, Hotels, Spediteure und IT-Firmen zählen. „Zusammen mit dem Industrie-Index verheißt das Gutes für die Wirtschaft in der Euro-Zone“, sagte Chris Williamson, Chef-Volkswirt bei NTC, mit Blick auf die zuletzt bessere Geschäftsentwicklung in der Industrie.

Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Anstieg des Service-Index auf 52,5 Punkte in Deutschland und auf 53,3 Zähler in der Euro-Zone gerechnet. „Der Impuls aus der Industrie, wo sich Auftragseingang und Nachfrage verbessert haben, wirkt sich nun auch in einer gestiegenen Nachfrage nach Dienstleistungen aus“, sagte Williamson über die Entwicklung in Deutschland. Der EMI für die Industrie hatte im Juli starke Zuwächse bei Neuaufträgen und Produktion angezeigt, insgesamt wurde der Gesamtindex jedoch von einem starken Beschäftigungsabbau gedrückt.

Das Neugeschäft der deutschen Dienstleister legte so deutlich zu wie seit fast einem Jahr nicht mehr - das entsprechende Barometer stieg auf 52,2 von 51,8 Zählern. Dies sei vor allem auf die Erholung der Weltkonjunktur zurückzuführen, erklärte NTC. Allerdings blickten die Firmen nicht mehr ganz so optimistisch in die Zukunft wie zuletzt - der Indikator für die Geschäftsaussichten fiel um knapp einen Punkt auf 55,3 Zähler. Trotz Bestellungsanstieg und noch positiven Aussichten bauten die Unternehmen unvermindert Stellen ab und reduzierten ihren Auftragsbestand. „Solange die Neuaufträge nicht so stark steigen, dass das Auftragspolster der Unternehmen wächst, werden auch keine neuen Jobs geschaffen“, sagte Williamson.

Einige der Dienstleister begründeten ihren Optimismus auch mit der Hoffnung, dass die Neuwahlen Impulse für wirtschaftliche Reformen liefern könnten. Viele Unternehmen mussten auf Grund der scharfen Konkurrenz ihre Preise senken. Gleichzeitig stiegen die Kosten so stark wie seit Oktober 2004 nicht mehr und setzten die Gewinnspannen der Firmen unter Druck.

Im Vergleich der vier großen Euro-Zonen-Länder verbesserten sich die Geschäfte erneut in Frankreich am stärksten, wobei das dortige Wachstum so schwach war wie noch nie in diesem Jahr. In Italien verzeichneten die Firmen nach drei Monaten rückläufiger Geschäfte immerhin eine Stagnation. „Die Wachstumsunterschiede in der Euro-Zone haben sich verringert“, sagte Chris Williamson. Der Optimismus der Unternehmen trübte sich weiter ein. „Zwei Indikatoren, die für die zukünftige Geschäftsentwicklung wichtig sind, zeigen in unterschiedliche Richtungen: Während die Neuaufträge auf ein 11-Monats-Hoch kletterten, fielen die Geschäftserwartungen der Dienstleister auf ein 8-Monats-Tief“, kommentierte Williamson.

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