Auch weniger Importe im Dezember: Exportmotor gerät ins Stottern

Auch weniger Importe im Dezember
Exportmotor gerät ins Stottern

Deutsche Firmen haben im Dezember deutlich weniger Waren exportiert als im Vormonat. Damit dürfte der Außenhandel nach Einschätzung von Volkswirten Ende 2004 kaum zum Wirtschaftswachstum beigetragen haben.

HB BERLIN. Die Ausfuhren sanken zum November saisonbereinigt um 4,0 %, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Mit einem Wert von 59,5 Mrd. € übertrafen sie das Niveau von Dezember 2003 um 8,8 %. Die Importe sanken von November auf Dezember um 6,4 % und lagen mit 48,8 Mrd. € 10,6 % über dem Niveau des Vorjahres. „Da beides - Exporte und Importe - kräftig im Minus sind, deuten die Daten auf einen Sondereffekt hin“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Andere Ökonomen vermuteten auch den Höhenflug des Euro und eine schwächere weltweite Nachfrage nach deutschen Maschinen und Anlagen hinter dem überraschend schwachen Export.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Exportanstieg um 0,9 % und einem Rückgang der Importe um 0,4 % gerechnet. Der Überschuss in der Handelsbilanz belief sich im Dezember auf 10,7 Mrd. €. In der Leistungsbilanz verbuchte Deutschland einen Überschuss von 5,9 Mrd. €. Im Gesamtjahr 2004 erreichten die Exporte mit 730,9 Mrd. € einen Rekordwert, die Importe lagen bei 574,2 Mrd. €. Damit schloss die Handelsbilanz mit einem Rekordüberschuss von 156,7 Mrd. €.

Bislang waren die meisten Volkswirte davon ausgegangen, dass der Außenhandel zum Jahresende 2004 anders als noch im Sommer das Wirtschaftswachstum gestützt hat. „Das halte ich jetzt doch für weniger wahrscheinlich“, sagte Andreas Rees von der HypoVereinsbank, der nun einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich nicht mehr ausschließt. Die meisten anderen Ökonomen gehen aber von einem leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,1 bis 0,2 % aus, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet sogar einen Zuwachs um 0,3 %.

Im Dezember steigerte die deutsche Exportwirtschaft im Vorjahresvergleich besonders ihre Ausfuhren in die Länder außerhalb der EU: In diese Drittländer registrierten die Statistiker einen Anstieg des Exportwerts um 19,9 % auf 23,4 Mrd. €. Die Ausfuhren in die anderen Länder der Euro-Zone nahmen um knapp vier Prozent auf rund 25 Mrd. € zu; in die restlichen EU-Staaten führte Deutschland dagegen mit Waren im Wert von 11,2 Mrd. € 0,1 % weniger als vor einem Jahr aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%