Auf US-Währung lastet Furcht vor Handelskrieg
Deutsche Wirtschaft in Alarmstimmung

Die akute Schwäche des Dollars alarmiert die deutsche Industrie. „Die Schmerzgrenze ist bereits überschritten“, kommentierte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, die jüngste Entwicklung. Ein Euro kostete gestern im Tagesverlauf zeitweise knapp 1,20 Dollar – mehr als je zuvor. Rogowski nannte die Entwicklung „sehr Besorgnis erregend“. Seit Jahresanfang hat die Gemeinschaftswährung rund 17 Cent zugelegt. Ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht.

mjh/HB DÜSSELDORF. Besonders betroffen sind exportorientierte Branchen wie Pharma, Maschinenbau und Automobilindustrie. Ihre Produkte verteuern sich mit steigendem Euro-Kurs außerhalb der Euro-Zone.

So hat der VW-Konzern von Januar bis September als Folge der Dollar-Schwäche 1,2 Mrd. Euro weniger verdient. Im Vergleich zur Konkurrenz sicherte sich VW bislang weit weniger gegen Wechselkursrisiken ab. Doch jetzt steuert der Konzern gegen: VW kündigte an, die Absicherungsquote zu erhöhen. Zurzeit werden lediglich 40 % der Geschäfte gegen einen steigenden Euro abgesichert, künftig sollen es 66 % sein.

Die Absicherung gegen Währungsverluste ist allerdings nicht billig. Schon aus Kostengründen ist für viele Unternehmen das so genannte Hedging ein heikles Thema. „Manche Firmen sichern sich so gut wie gar nicht ab, weil sie darauf spekulieren, dass sich die Schwankungen nach oben und unten im Zeitablauf ausgleichen“, sagt Patrick Juchemich, Analyst von Sal. Oppenheim.

BMW, vor allem aber Porsche gehen lieber auf Nummer sicher und haben das Gros ihrer Umsätze im Dollar-Raum langfristig abgesichert. Porsche exportiert jeden dritten Sportwagen in die USA.

Gefährlich könnte die Dollarschwäche auch für den europäischen Flugzeugbauer Airbus werden. Airbus begründet sein laufendes Sparprogramm „Route 06“ unter anderem mit der Euro-Stärke. Ziel ist, die Kosten ab 2006 um 1,5 Mrd. Euro jährlich zu senken. Bereits Mitte der 90er-Jahre hatte Airbus das Programm „Dolores“ – die Bezeichnung stand für „Dollar low rescue“ – aufgelegt. Damals wurden 8 800 Stellen gestrichen.

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